Paid-Content-Modelle 09.09.2014, 16:30 Uhr

Paywall-Anbieter Piano Media übernimmt Press+

Auf Betreiben von Investor 3TS Capital Partners machen Piano Media und Press+ jetzt gemeinsame Sache: Sie wollen zum führenden Anbieter für digitale Abo-Modelle werden.
(Quelle: Shutterstock.com/Sabphoto )
Unter dem Dach der Wiener Piano Media GmbH wollen Piano und das US-Unternehmen Press+ künftig ihre Technologien anbieten. Dazu zählen Paywall-Lösungen für Verlage und auch Vermarktungsanalysen für Medienhäuser. Im Mai dieses Jahres hatte sich 3TS Capital Partners, der Investment-Arm von Cisco, an Piano Media beteiligt und nun zur Übernahme der US-Konkurrenz gedrängt. Weitere Details zu dem Deal sind nicht bekannt.
Geführt werden die Unternehmen künftig von Kelly Leach, die im Zuge der Zusammenlegung beider Unternehmen zur neuen Vorstandschefin ernannt wurde. Leach kam von der Verlagsgruppe Dow Jones, wo sie unterschiedliche Führungspositionen innehatte, unter anderem die Geschäftsführung des Wall Street Journals (WSJ) für Europa, den Nahen Osten und Afrika. Außerdem fungierte sie als Herausgeberin von dessen europäischer Ausgabe. Kelly hat unter anderem die Strategie für digitale Abonnements der Wirtschaftszeitung mit entwickelt.
Zumindest bei Press+ ist sie keine Unbekannte: Als Herausgeber des Wall Street Journal war früher auch Gordon Crovitz tätig, der Press+ im Jahr 2009 zusammen mit dem Media-Unternehmer Steven Brill gegründet hat. Zu den Kunden von Press+, nach eigenen Angaben weltweit der größte Anbieter digitaler Abo-Lösungen für Online-Medien, zählen unter anderem The London Independent, Digital First Media, Morris Publishing und GateHouse Media.
Auch Piano Media arbeitet für einige US-amerikanische sowie indische Medienhäuser. Das Unternehmen wurde 2010 in Bratislawa/Slowakei gegründet, ist 2014 nach Wien umgezogen und kooperiert unter anderem mit 42 polnischen Webseiten. Der wohl bekannteste Verlag in Deutschland, der die Technologie des Dienstleisters nutzt, ist die Kölner Gruppe M. DuMont Schauberg, zu der unter anderem die Medien "Berliner Zeitung", "Express" und "Hamburger Morgenpost" gehören. Für den Online-Auftritt des "Kölner Stadtanzeigers" hat der Verlag vor Kurzem mithilfe von Piano Media eine Paywall eingeführt.
Seit Juni 2014 bietet auch das Münchner Start-up LaterPay eine digitales Bezahlsystem für Medienhäuser an: Auch mit Laterpay können Content-Anbieter einzelne Artikel oder Inhalte monetarisieren, anstatt eine allgemeine Paywall einzuführen.



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