Aus Händler- und Kundensicht 19.03.2019, 13:59 Uhr

Payment-Vergleich: Kreditkarte vs. neue Bezahlmethoden

Dass die Deutschen in Sachen Payment eher konservativ sind, bestätigt einmal mehr eine Studie: Auch in der digitalen Welt bleibt die Kreditkarte eines der favorisierten Zahlungsmittel. Trotzdem können Kryptowährungen oder Instant-Payment-Überweisungen einiges.
(Quelle: shutterstock.com/Hamik)
Aus Kundenperspektive bleibt die Kreditkarte auch in der digitalen Welt eines der beliebtesten Payment-Mittel und wird auf längere Sicht nicht aus dem Portemonnaies verschwinden. Das zeigt ein Marktvergleich verschiedener Zahlungswege von Sopra Steria Consulting, Beratung für digitale Transformation.

Für den Vergleich wurden die Bezahlmethoden Kreditkarte, Kryptowährungen, Instant-Payment-Überweisung und Zahlungen, die durch sogenannte Payment Initiation Service Provider (PISP) ausgelöst werden, gegenübergestellt. Anhand von rund 30 Kriterien wurde eingeschätzt, wie praktikabel jede Bezahlmethode aus Käufer- und Händlersicht sowie aus der Perspektive des Anbieters ist.
Teil des Vergleichs war unter anderem, wie sehr sich die Bezahlmethode für Einkäufe im Internet, vor Ort im Handel, zwischen einzelnen Personen, für Käufe aus Apps heraus sowie per E-Mail oder Telefon eignet.

Allroundtalent Kreditkarte

Die Vorteile der Kreditkarte: Käufer können die Karte sowohl als physisches als auch digitales Zahlungsmittel einsetzen - in Online Shops, im stationären Handel, in Apps sowie beim Bezahlen per E-Mail oder Telefon.
Für Kunden bietet die Kreditkarte zudem viel Sicherheit und Service: Etablierte Marken der großen Anbieter und gelernte Prozesse bei Zahlungsabwicklung, Missbrauchsprävention und im Bedarfsfall bei Reklamationen sorgen für einen Vertrauensbonus. Diesen müssen sich Kryptowährungen, Instant-Payment-SEPA-Überweisung und Zahlungsauslösedienste erst noch erarbeiten.
Auch die Zusatzleistungen überzeugten im Test: Zur Servicepalette gehören unter anderem Push-Nachrichten zu ausgelösten Zahlungen, Bonusprogramme, Cashback sowie Möglichkeiten zur Kreditgestaltung, beispielsweise aufladbare Karten und ein Revolving Credit mit einem echten Kreditrahmen.
Zu guter Letzt ist auch der Formfaktor Karte nicht zu unterschätzen: Zwar wurde die Plastikkarte mittlerweile durch virtuelle Karten und eine digitale Ablage der Kartendaten in Smartphone-Geldbörsen (Wallets), erweitert. Konkurrierende neue Bezahlverfahren fokussieren sich dagegen häufig auf digitale Kanäle und werden längst nicht überall akzeptiert - egal ob online oder offline.

Was die neuen Payment-Methoden können

Wenn es darum geht, Geld untereinander auszutauschen, punktet die Kreditkarte aber weniger: Zwar ist der direkte Geldaustausch, sogenannte P2P-Zahlungen, grundsätzlich auch mit American Express, Mastercard und Visa möglich. Das Verfahren ist allerdings bei Kreditkarten umständlicher, weil der Käufer zum Beispiel lange Kartennummern, das Ablaufdatum und die Prüfziffer wissen und abtippen muss.
Ein genereller Nachteil der Kreditkarte für Kunden ist zudem die derzeit noch komplizierte Kartenbeantragung und das lange Warten auf Karte und PIN. Allerdings bietet die Entwicklung hin zu virtuellen oder digitalisierten Karten den Kunden neue Möglichkeiten, bereits kurz nach dem Antrag mit der Kreditkarte zu bezahlen.

Fazit

Das Fazit der Studienautoren: Neue Bezahlmethoden werden es schwer haben, sich in nächster Zeit gegenüber der Kreditkarte durchzusetzen. Das zeige auch die Tatsache, dass Google und Apple für ihre Payment-Apps die etablierten Karteninfrastrukturen nutzen, um ihren Kunden kontaktloses Bezahlen zu ermöglichen.
"Das ist angesichts der grundsätzlichen technologischen Potenz der großen Player und ihrer Neigung zu alternativen Lösungsansätzen durchaus beachtenswert - und ein klares Signal, dass die Karte lebt", meint Meicel Bock, Leiter Karten und digitale Bezahlverfahren bei Sopra Steria Consulting. "Kryptowährungen, Instant Payment und Zahlungsauslösedienste werden dennoch, ähnlich wie PayPal und andere nichtkartenbasierte Bezahlverfahren, an Verbreitung zulegen, beispielsweise für automatische Bezahlvorgänge zwischen Geräten und Maschinen im Internet der Dinge."
Payment-Summit
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(Quelle: Ebner Media Group)



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