ING Deutschland, Santander und Co 16.01.2019, 09:50 Uhr

Paydirekt verliert zahlreiche Partner

Paydirekt, das Bezahlsystem der deutschen Banken, verliert die ING Deutschland, die Hypovereinsbank, die deutsche Santander sowie weitere private Banken als Partner. Die genannten Unternehmen haben ihre Anteile zum 31. Dezember 2019 gekündigt.
(Quelle: Paydirekt )
Das Bezahlsystem Paydirekt verliert einige Partner. Nach Angaben von Finanz-Szene haben zum 31. Dezember 2019 die ING Deutschland, die Hypovereinsbank, die deutsche Santander sowie weitere private Banken ihre Anteile an Paydirekt gekündigt.
Offiziell geben die ausscheidenden Banken an, Probleme mit der komplexen Governance-Struktur des Bezahlsystems zu haben. Finanz-Szene mutmaßt aber, dass der Grund wohl eher eine anstehende Finanzierungsrunde in Millionenhöhe sei, an der sich die Banken nicht beteiligen wollen.
Die Anteile der Partner, die Paydirekt zum Ende dieses Jahres den Rücken kehren, belaufen sich zusammen auf rund elf Prozent. Was mit diesen Anteilen geschehen soll, ist noch unklar. Sinnvoll wäre es, wenn die offenen Anteile auf die Deutsche Bank und die Commerzbank aufgeteilt würden. Hierzu soll es auch bereits Gespräche mit den Banken gegeben haben. Doch diese haben bisher noch zu keinem Ergebnis geführt.

Verärgerung bei den großen Banken

Gründe dafür sollen unter anderem der Ärger der Deutschen Bank sowie der Commerzbank über die Kündigung der Banken sein. Denn von Beginn an war klar, dass es sich bei Paydirekt um ein Gemeinschaftsprojekt handelt. Dass die beiden Großbanken nun von der ING Deutschland, der Hypovereinsbank, die deutsche Santander und weiteren Privatbanken alleine gelassen werden, sorgt für Unmut.
Denn Paydirekt zu einem Erfolgsprojekt zu machen, fordert starke Partner und vor allem einen langen Atmen. Bisher blieb der große Durchbruch des PayPal-Klons nämlich aus. Das Ziel von Paydirekt war es seit der Gründung im Jahr 2014, eine echte Alternative zu PayPal zu etablieren. Fünf Jahre später ist davon allerdings wenig zu sehen.
Ende Oktober veröffentlichte Finanz-Szene die Nutzerzahlen des Bezahlsystems der deutschen Banken: Zu dem genannten Zeitpunkt kam Paydirekt gerade mal auf rund 40.000 Bezahlvorgänge pro Monat. PayPal wickelte zum Vergleich im dritten Quartal 2018 weltweit rund 2,5 Milliarden Transaktionen ab.



Das könnte Sie auch interessieren