Internet World Congress 10.10.2018, 17:12 Uhr

3 wichtige Ziele auf Ottos Weg zur Plattform

Otto befindet sich derzeit inmitten seines Transformationsprozesses zur Plattform. Auf dem Internet World Congress erläuterte Tim Buchholz, Principal Platform Business bei Otto, welche drei Ziele auf diesem Weg verfolgt werden.
Tim Buchholz, Principal Platform Business bei Otto, auf dem Internet World Congress
(Quelle: Laura Melchior )
Otto will sich von einem Online-Händler zur Plattform wandeln. Welche drei Ziele das Unternehmen auf diesem Weg besonders beachtet, hat Tim Buchholz, Principal Platform Business bei Otto, auf dem Internet World Congress erläutert.
Für seinen Geschäftsmodellwechsel hat Otto satte 100 Millionen Euro an Investment eingeplant. Dabei steckt Otto noch mitten im Transformationsprozess. Wann dieser abgeschlossen sein wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Doch eins steht jetzt schon fest: "Ausgangspunkt des Geschäftsmodellwechsels ist der Kunde", sagt Buchholz.
Dabei sei in unserer heutigen Zeit vor allem zu beachten, dass die Kunden durch den E-Commerce so viel Auswahl wie nie haben. Die Zeiten, in denen man mit dem Auto von Händler zu Händler in seiner Gegend gefahren ist, um Preise zu vergleichen und dann beim günstigsten Angebot zuzuschlagen, seien lange vorbei. "Heute liegt der Zeitaufwand nicht mehr beim Herumfahren, sondern dabei herauszufinden, wo man eigentlich was bekommt", erklärt der Otto-Mann. Denn allein in Deutschland gibt es rund 330.000 Händler, die ihre Waren im Web anbieten.

Das "Marmeladenparadoxon"

Mit einer solchen enormen Auswahl sind die User überfordert. Was sie wollen ist laut Buchholz eine schnelle und einfache Lösung, guten Service und Verlässlichkeit sowie eine Orientierung im Angebotsdschungel. Daher ist es eine Aufgabe im Wandel hin zur Plattform, das "Marmeladenparadoxon" zu lösen. Denn dieses hat gezeigt, dass Kunden, die wenig Auswahl haben, mehr kaufen. Haben Kunden viel Auswahl, schauen sie zwar mehr, aber kaufen weniger. Also müssen Handelsplattformen trotz einer großen Auswahl dafür sorgen, dass Kunden dennoch auch viele Kaufabschlüsse tätigen und nicht nur stöbern. Die Lösung bei der Orientierung im Angebotsdschungel möchte Otto mittels Technologie und Personalisierung liefern.
Ein weiterer Punkt, den Otto beim Wandel beachtet, ist "Millers Magic Number". Demnach können Menschen nur rund sieben Dinge im Kurzzeitgedächtnis speichern. Otto muss daher zu einem "Relevant Set" werden. So bezeichnet man eine Auswahl von Marken, die sich im Bewusstsein des Verbauchers festgesetzt haben. Ottos Ziel ist also, dafür zu sorgen, dass sie beim Kunden immer präsent sind, damit er letztendlich auf die Plattform ansteuert. "Die Plattform muss aus Kundensicht eine Lösung für eine klar definierte Aktivität bieten", so Tim Buchholz weiter.

Der "Umbrella-Effekt"

Der dritte Punkt, den Buchholz anführt, ist der "Umbrella-Effekt". Diesen habe Otto in den vergangenen Jahren zu wenig beachtet. Bei vielen Otto-Tochterfirmen sei den Kunden nicht bewusst, dass sie in Verbindung mit Otto stehen. Somit wurde die Chance vergeben, die positiven Eigenschaften und das Vertrauen, das die Kunden mit Otto verbinden, auf andere Marken der Gruppe zu übertragen. Das soll sich in Zukunft ändern.
Das große Ziel: Otto soll eine "Problemlöser-Marke" werden, bei der die Markenwerte persönlich, fair und inspirierend im Vordergrund stehen. Otto soll sich zu einem Marktplatz mit einem großen Angebot entwickeln, das für die Kunden keinen Angebotsdschungel darstellt. Dabei werden die Infrastruktur und Services von Otto allen Händlern zur Verfügung stehen. Somit soll ein nachhaltiger und fairer Handel betrieben werden.



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