StockX: Wo der Markt den Preis bestimmt

"Wir prüfen jedes Produkt sorgfältig"

Außer der Preisfindung: Was unterscheidet StockX sonst noch von Amazon, eBay und Co?
Morrison:
Unsere Authentifizierungsservices. Wir prüfen jedes Produkt sorgfältig - von der Verpackung bis zur Größe -, bevor wir es an die Käufer ausliefern. Darüber hinaus können Nutzer auf der Website zu jedem Produkt alle Daten und die gesamte Historie auf der Produktdetailseite sehen. Bei StockX geht es vor allem um Zugang zu den Produkten. Manchmal ist es verdammt schwer, bestimmte Produkte in die Hand zu bekommen, wenn man nicht jemanden in der Branche kennt, der vor allen anderen Zugriff darauf hat. Wir haben fast 100.000 Produkte auf unserer Seite und mehr als 50.000 SKUs (Stock Keeping Unit) in der Kategorie Sneakers. Sie können bei uns Deals für Produkte finden, die es nirgendwo sonst gibt. 
Womit verdient StockX sein Geld?
Morrison:
Wir berechnen eine kleine Provision. Diese variiert je nach Produktkategorie. Die höchste Rate liegt bei 14,5 Prozent für Handtaschen, im Schnitt sind es 9,5 Prozent. Mit diesen Gebühren finanzieren wir den Prüfprozess unserer Produkte. Denn das ist sehr zeitaufwendig. Wir haben Tausende von Transaktionen jeden Tag.
Können Sie uns ein paar Zahlen zu Käufern oder Verkäufern nennen?
Morrison:
Aktuell erwirtschaften wir rund drei Viertel unseres Umsatzes mit Sneakern. Der deutsche Markt ist für uns sehr relevant. Es ist einer der größten Märkte in Europa und die Heimat von Adidas und Puma. Deutschland trägt seit Langem ­einen wesentlichen Teil zur Sneaker-Kultur und zum Sneaker-Markt bei.
Welche Preise erzielen Sie für die Schuhe auf Ihrer Plattform?
Morrison:
Der "Adidas Yeezy 350" ist sehr beliebt. Der verkauft sich mit rund 100 Euro Gewinn. Der Handelspreis liegt je nach Land bei rund 180 Euro. Die Marke Jordan liegt im Handel bei Preisen von rund 129 Euro. Auf der StockX-Plattform können die Preise schnell auf 250 Euro klettern. Und ein Schuh von Travis Scott, der im Laden 160 Euro kostet, wird auf der Plattform auch mal für 600 oder 1.000 Euro verkauft. Es gibt Hunderte von Schuhen, die man mit rund 50 Euro Gewinn verkauft. Den Rekord für den teuersten Sneaker in Deutschland hält der "Nike Dunk Low SB" mit 12.000 Euro. Weltweit liegt der Rekord bei 26.000 Euro für den "Back to the ­Future Air Mag" von Nike. Zu dieser Zeit gab es den Sneaker nicht offiziell auf dem Markt, deswegen konnte der Verkäufer einen derart hohen Preis erzielen.



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