Manroland Web Systems 20.08.2017, 14:00 Uhr

Vom B2B-Shop zum Marktplatz

Ein Jahr nach dem Relaunch des B2B-Shops vom Manroland Web Systems wagt der Druckmaschinenhersteller den nächsten Schritt: die Erweiterung zum B2B-Marktplatz. Das Interesse der Lieferanten ist groß.
(Quelle: Manroland Web Systems)
Vor rund einem Jahr ging der neue B2B-Online-Shop des Druckmaschinenherstellers Manroland Web Store online. Und die Akzeptanz ist hoch: Mehrere Tausend Kunden aus aller Welt bestellen inzwischen ihre Ersatz- und Verschleißteile über den Online-Shop, statt bei ihrem regionalen Vertreter anzurufen. Rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes erzielen die Augsburger inzwischen digital. Dass man sich in der Branche mittlerweile immer häufiger an den Rechner setzt, um Verschleißteile zu bestellen, statt das Mobiltelefon zu zücken, forciert das Digital-Team von Manroland Web Store mit sanftem Druck: Die Preise im Online-Shop sind günstiger als beim Vertreter - und in den regelmäßig stattfindenden Kundengesprächen werden die Einkaufsleiter kontinuierlich auf mögliche Einsparpotenziale im Webshop aufmerksam gemacht.

20 Lieferanten wurden zum Start aufgeschaltet

Der schnelle Erfolg des Online-Shops machte dem Betreiber Appetit auf mehr: Seit August testet das Team von Alexander Wachter, Vice President E-Commerce & Customer Support, zusammen mit dem Hamburger E-Commerce-Dienstleister E-Matters die Möglichkeiten der Erweiterung zum B2B-Marktplatz aus.
Technisch war dies verhältnismäßig unkompliziert: Die notwendigen Erweiterungen an der Shop-Software von E-Matters waren schnell erledigt. Zudem wurde Heidelplay als Payment-Dienstleister integriert, weil es für die Marktplatzpartner unrentabel geworden wäre, bei Warenkörben von 980 Euro 20 Euro Gebühr für einen gesicherten Zahlungskauf zu berappen. Die Entscheidung für Heidelplay entpuppte sich - trotz Namensähnlichkeit zum größten Wettbewerber Heidelberger Druckmaschinen - als gute Wahl. Denn der Payment-Dienstleister warb auch gleich noch bei der eigenen Kundschaft für den Druckmaschinenmarktplatz.
Den größten Aufwand haben Wachter und sein Team derzeit bei der Suche nach passenden Lieferanten. Zum Launch des B2B-Marktplatzes Anfang August waren 20 Merchants aufgeschaltet. Diese sollen das eigene Produktportfolio ergänzen und die Plattform zum relevanten Marktplatz der Druckindustrie weiterentwickeln.
Im Sortiment finden sich beispielsweise Heftdraht, LED-Lämpchen, Putztücher oder andere Verbrauchsmaterialien. Obwohl Wachter vor allem Produkte auf den Marktplatz aufschalten will, die sein Unternehmen selbst nicht im Sortiment hat, werden auch ähnliche Produkte nicht blockiert. Man wolle in erster Linie für seine Kunden Mehrwert schaffen, erklärt der ­E-Commerce-Chef. Wenn Produkte zu 100 Prozent vergleichbar seien, stelle man sich gerne der Konkurrenz und liste die ­eigenen Produkte auch bewusst nicht ­höher. Stattdessen entscheiden Verfügbarkeit oder schlicht die Produktbezeichnung nach Alphabet über die Platzierung. Angst, sich so selbst zu kannibalisieren, hat Wachter nicht.




Das könnte Sie auch interessieren