Online-Haustierbedarf 17.03.2018, 10:04 Uhr

Tierfutter im Netz: Qualität als Strategie

Zubehör für Haustiere ist ein Milliardenmarkt, den große Online Player geschickt besetzen. Aber auch kleine Nischenshops nutzen ihre Chancen und setzen auf eine anspruchsvolle Kundschaft.
(Quelle: shutterstock.com/Pavel Vinnik)
Über 30 Millionen Haustiere gibt es in Deutschland - und die brauchen Futter, Spielzeug und Zubehör. 2016 wurden hierzulande im stationären Fach- und Lebensmittel-Einzelhandel knapp 4,15 Milliarden Euro mit Heimtierprodukten umgesetzt. 510 Millionen Euro kamen durch den Online-Handel hinzu. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es rund 4,02 Milliarden stationär und 420 Millionen Euro online, 2015 bereits rund 4,11 Milliarden stationär und 450 Millionen online. 

Bequeme Lieferung nach Hause

Besitzer von Hunden, Katzen oder Kaninchen geben von Jahr zu Jahr mehr für ihre Lieblinge aus - und sie bestellen immer häufiger im Internet. Dabei spielt der Komfort eine wichtige Rolle. "Die Monatsration für einen Hund sind 14 bis 15 Kilo Fleisch. Das will man nicht nach Hause tragen", sagt Dorian Tackenberg, Geschäftsführer des Online-Händlers für Rohfleisch Tackenberg. Auch schwere Gebinde aus Futterdosen oder Säcke mit Katzenstreu lässt man sich lieber vom Paketboten schleppen.  
Mit Abstand den größten Anteil am Online-Markt hält der Pureplayer Zooplus. 2016 erzielte Zooplus in Deutschland einen Umsatz von über 236 Millionen Euro und führt damit die Rangliste der fünf größten Online Sshops für Tierbedarf an. Weit dahinter folgen Fressnapf mit einem E-Commerce-Umsatz von 47,52 Millionen Euro und das Pferdesporthaus Loesdau mit 20,73 Millionen Euro. 
 Was ist das Erfolgsgeheimnis von Zooplus? "Der Erfolg von Zooplus basiert darauf, aus Neukunden zufriedene Stammkunden zu machen und sich bei diesen Kunden als Hauptversorger im Bereich Heimtier zu etablieren. Das Kaufverhalten der Menschen ändert sich deutlich und immer mehr Einkäufe werden online getätigt", heißt es aus dem Unternehmen.
Weitere Erfolgsfaktoren sind laut Zooplus "sehr wettbewerbsfähige Produktpreise, die allzeit bestehende Verfügbarkeit aller für den Kunden relevanten Produkte und Marken sowie eine zuverlässige europaweite Logistik." Darüber hinaus nutzt Zooplus die Möglichkeiten des Internets clever aus. Ein umfangreiches Informationsangebot auf den Webseiten sichert dem Versender eine gute Sichtbarkeit bei Google zu allen Themen rund um das Haustier.

Amazon zeigt Interesse

Auch Amazon scheint sich immer mehr für die lukrative Heimtierbranche zu interessieren. In den USA können Haustierbesitzer seit einiger Zeit ein "Pet Profile“ für ihren Liebling anlegen und bekommen daraufhin passende Produktvorschläge angezeigt. "Pet Supplies“, also Haustierzubehör ist bei Amazon.com eine eigene Kategorie mit aufwendig gestalteten Seiten. In Deutschland dagegen ist Haustierzubehör eine Unterkategorie von "Haushalt, Garten, Baumarkt", doch auch hier tut sich einiges. Als der E-Commerce Riese im Sommer 2016 in Deutschland den Dash Button einführte, mit dem man Verbrauchsartikel per Knopfdruck bestellen kann, war auch Haustierfutter mit dabei. Aktuell bietet Amazon 17 verschiedene Dash Buttons in der Kategorie Haustiere an, zum Beispiel für die Katzenfutter-Marke Whiskas oder die Hundefutter-Marke Cesar. Produkte wie Hundekotbeutel, Fischfutter und Geruchsentferner bietet Amazon auch im Spar-Abo an. Der Kunde muss das Produkt nur einmal bestellen und erhält automatisch in bestimmten Zeitabständen Nachschub. 
Bei Zooplus sieht man die Aktivitäten von Amazon gelassen: "Zooplus als der Heimtierspezialist mit einem klaren Fokus rein auf die Tierwelt bietet bereits seit längerem ein persönliches Tierprofil an. Die Kunden nutzen dieses sehr gerne, und es hilft Zooplus, seinen Kunden ein noch besseres Produkt anzubieten. Zooplus bietet darüber hinaus in Deutschland bereits ebenfalls ein Abonnementmodell an", teilt das Unternehmen schriftlich auf Anfrage mit. 



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