Teleshopping: Online-Händler auf Sendung

Freenet als Neueinsteiger beim Shopping-TV

Karolina Reichsberger ist Leiterin von Freenet Shopping
Quelle: Freenet
Ein Newcomer im Teleshopping-Bereich ist der Mobilfunkprovider Freenet. Mit Freenet Shopping hat das Unternehmen Ende 2018 einen Shopping-Kanal gestartet, auf dem neben eigenen Mobilfunktarifen auch Produkte aus dem Sortiment der zu dem Konzern gehörenden Handelsketten Mobilcom-Debitel und Gravis angeboten werden. Zum Einstieg setzt Freenet auf Video-Content, der von einem Partner produziert und in einer täglichen Schleife mit einer Dauer von zehn Stunden ausgespielt wird. Wie Karolina Reichsberger, Leiterin Freenet Shopping, erklärt, soll das Angebot aber zügig um weitere Inhalte, neue thematische Schwerpunkte und zusätzliche Moderatoren ausgeweitet werden. "Die Kunden wollen von Freenet Shopping gut unterhalten werden. Schließlich sollen sie sich am Ende bei uns nicht nur für einen Mobilfunkvertrag mit 24 Monaten Laufzeit entscheiden. Unser Ziel ist es, treue Kundenstämme aufzubauen", erklärt Reichsberger. Auch Freenet setzt dabei auf die Zielgruppe "55 plus" und auf einen hohen Service- und Erklärungsgehalt. Der dafür produzierte Content sei auch über Freenet Shopping hinaus wertvoll: "Wir können uns vorstellen, einzelne Inhalte später auch als Videos in unsere Online-Shops einzubinden."

Teleshopping-Zukunft in Social Media?

"Teleshopping kann besonders gut erklärungsbedürftige Produkte verkaufen“: Matthias Berchtold, Mitgründer und Geschäftsführer Generation Yes
Quelle: Generation Yes
Was bei Freenet ein Nebeneffekt der Teleshopping-Produktion ist, stellt gewissermaßen das Geschäftsmodell von Generation Yes dar. Das Berliner Start-up setzt in seinem Online-Shop auf Artikel, die sich sonst online nicht so gut verkaufen lassen - sei es, weil man sie noch nicht kennt oder sie einen hohen Erklärungsbedarf haben. "Hier geht es darum, dem Kunden zu vermitteln, was man damit machen kann. Der einzige Kanal, der das richtig gut schafft, ist Teleshopping", erklärt Co-Gründer Matthias Berchtold. Für jedes Produkt dreht Generation Yes deshalb Erklärvideos und spielt diese über die eigene Webseite sowie über Social-Media-Kanäle aus. Nach drei Jahren kommt das Start-up damit bereits auf Umsätze im mittleren einstelligen Millionenbereich und mehrere Zehntausend Kunden. Einzelne Videos des Unternehmens erreichen bei Facebook sogar sechsstellige Klickzahlen. Generation Yes ist damit ein gutes Beispiel, wie das Geschäftsmodell Teleshopping auch im E-Commerce-Kontext für eine Social-Media-affine Zielgruppe eine Zukunft haben könnte.
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