Sponsored Post Anzeige

Wie sieht wohl die Zukunft der digitalen Apotheke aus?

Anzeige: Diese Frage stellen sich Patienten, die Politik, und vor allem Apothekenbetreiber und die Pharma-Lobby. Um diese Frage zu beantworten, lohnt sich ein tieferer Blick in den Markt und auf seine Einflussfaktoren.
(Quelle: Spryker)

Was treibt den Markt an?

Seit 18 Jahren können Verbraucher ihre Arzneimittel nach Hause liefern lassen. Laut BVDVA haben mittlerweile circa 55 Prozent der Internetnutzer in Deutschland bereits in Versandapotheken eingekauft. E-Commerce mit Medikamenten war damals in Deutschland noch verboten - Kunden wurden hierzulande aus den Niederlanden beliefert. Insofern ist der pharmazeutische Versandhandel ursprünglich eine grenzübergreifende Idee, deren Praxis vom EUGH in diversen Urteilen bestimmt wurde. Seit 2004 ist der Versandhandel ausschließlich mit rezeptfreien Medikamenten (OTC-Produkten) in Deutschland gestattet.

Produktgruppen und Differenzierung

Versandhandel mit Arzneimitteln ist also ein europäisches Geschäftsmodell und beinhaltet OTC-Arzneien (rezeptfrei) aber auch RX-Produkte (rezeptpflichtig). Diese beiden Produktgruppen unterscheiden sich stark und stellen de facto zwei verschiedene Geschäftsmodelle dar. Der signifikante Unterschied: Im Gegensatz zum RX-Markt darf im OTC-Bereich Preiswettbewerb geführt werden. In Deutschland ist der Versandhandel mit RX-Produkten bislang noch untersagt. OTC-Produkte nehmen mit einen weitaus größeren Anteil im Apothekengeschäft ein - das könnte sich allerdings ändern, wenn die Gesetze zum Versand von RX-Produkten gelockert würde. Laut Sempora bilden heute circa 150 aktive Online-Apotheken den pharmazeutische Versandhandel in Deutschland mit einem OTC-Anteil am Gesamtmarkt von 15 Prozent ab.

Konkurrenz aus dem Ausland 

Vorausgesetzt die ungleichen Wettbewerbsbedingungen bei rezeptpflichtigen Produkten haben Bestand, werden sich die Geschäftsmodelle RX-Versand aus den Niederlanden und OTC- Versand aus Deutschland weiter manifestieren. Durch die deutlich höheren Margen und Erträge bei rezeptpflichtigen Produkten bzw. mit Chronikern kann zudem das eigene OTC-Geschäft mittels Preispolitik angetrieben werden. Aufgrund des langjährig stark reguliertem RX-Versandhandels wurden zudem bei deutschen Anbietern keine effizienten Prozesse und Technologien zur skalierbaren Rezeptbestellabwicklung aufgebaut. Für ausländische Versandapotheken wird das RX-Geschäft zentraler Ertragsmotor bleiben und strategisch relevante Investitionen begründen.
(Quelle: Spryker)

Was wünscht sich der Kunde?

Obwohl auf jeder politischen Agenda der Begriff "Digitalisierung" nicht fehlen darf, beweist die aktuelle Gesetzeslage zum RX-Versandverbot und der Ablehnung der Einführung des elektronischen Rezeptes, dass die Digitalisierung sowie die Kundenbedürfnisse weitestgehend ignoriert werden. Viele Entwicklungsschritte einer digitalisierten Gesundheitswelt werden ausgebremst. Hilfreicher wären gleiche Marktbedingungen für alle Anbieter, also eine Liberalisierung des deutschen RX-Versandhandels sowie die konsequente Einführung des elektronischen Rezepts, welches laut BVDVA bereits in 12 europäischen Ländern erfolgreich stattfand (Stand Mai 2017) und nachweislich weder Arzneimittelversorgung noch -sicherheit beeinträchtigt hat.

Prognose

Laut Prognosen von Sempora wird der Versandhandel mit Medikamenten in weiteren europäischen Ländern zugelassen und so wird allein für das OTC-Segment ein Wachstum auf über sechs Milliarden Euro in den kommenden zwei bis drei Jahren erwartet. Der inhomogene Markt in Europa war lange Zeit ein Blocker für die Expansion des Geschäftsmodells Versandapotheke - und im RX-Bereich hinderte eine restriktive Politik jegliche Planbarkeit dieses Geschäftsmodells. Digitalisierung ist kein Projektstatus, sondern ein andauernder Prozess der Erneuerung in der gesamten Wertschöpfungskette. Anbieter, die am besten auf diese Fliehkräfte vorbereitet sind, verfügen über zukunftsfähige Technologien und einen hohen digitalen Reifegrad. Insofern wird es in 10 Jahren eine kleine Anzahl an Versandapotheken geben, die über Europa hinaus als Gesundheitspartner für den Patienten aufgestellt sind. Zudem wird auch das System aus Politik und Verbänden akzeptieren müssen, dass Versandhandel nicht nur gesellschaftliche Kosten einsparen, sondern auch eine verbindende und gesellschaftliche Aufgabe wahrnehmen kann, zum Beispiel bei der Sicherstellung der ländlichen Versorgung. Menschen dort zu helfen, wo sie sind, ist einer der zentralen Anforderungen an die Ausrichtung gesundheitlicher Services in der Zukunft - daher wird die Rolle der digitalen Apotheke, auch durch messbare gesundheitliche Mehrwerte für den Patienten, verstärkt von Gesellschaft und Politik akzeptiert und eingefordert.

Sie möchten mehr Insights in die Politik des Pharmamarktes, Best Practice Cases und technische Lösungsansätze für die digitale Apotheke? Im Spryker White Paper "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Online-Apotheker" werden Ihre Fragen beantwortet.