Logistikprobleme und Co. 09.02.2019, 10:01 Uhr

Online-Weihnachtsgeschäft 2018: Fest mit kleinen Fehlern

Der Online-Handel konnte im vergangenen Weihnachtsgeschäft weitere Umsatzanteile dazugewinnen. Als Problem erwiesen sich aber immer knappere Logistikkapazitäten.
(Quelle: shutterstock.com/Prostock-studio )
Die Online-Branche blickt auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft zurück - das erklärt nicht nur der Versandhandelsverband BEVH, sondern auch der Hauptverband des deutschen Einzelhandels HDE. Der BEVH weist für das vierte Quartal 2018 ein Umsatzwachstum von 10,2 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro aus. Der HDE spricht für die Monate November und Dezember von einer Umsatzsteigerung im Online-Handel von knapp zehn Prozent auf über 13 Milliarden Euro. "Seit Jahren ist das Wachstum des Online-Handels im Weihnachtsgeschäft größer als das im stationären Bereich", erklärt Kai Falk, Geschäftsführer Kommunikation beim HDE.
Bei den Weihnachtseinkäufen spielt Technik seit jeher eine große Rolle. "Insgesamt sind wir mit dem Weihnachtsgeschäft sehr zufrieden gewesen", bestätigt Martin Schwager, COO beim Elektronikversender Notebooksbilliger.de. Die erste Dezemberhälfte sei sogar noch stärker ausgefallen als erwartet - "obwohl wir kurz vorher bereits ein sehr starkes Black Weekend hatten", so Schwager.
Auch beim Versandhandelsriesen Otto zeigt man sich mit dem zurückliegenden Weihnachtsgeschäft hochzufrieden: "Der Nettoumsatz lag eindeutig über dem Vorjahr", so Unternehmenssprecher Frank Surholt. Fashion- und Technikangebote hätten die Kauflust der Kunden am stärksten angeheizt. Zu dem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft hätten auch erstmals Angebote von Marktplatzhändlern beigetragen - Otto hatte sich 2018 zur Handelsplattform geöffnet.

Mit Last-Minute-Lieferungen punkten

Wie sich durch die große Aufmerksamkeit rund um Black Friday und Cyber Monday schon abzeichnete, startet das Weihnachtsgeschäft immer früher. "Der Black Friday war einer der umsatzstärksten Verkaufstage und einer unserer erfolgreichsten Tage in 20 Jahren Mytoys-Geschichte", berichtet Jenny Helm, Sprecherin der Mytoys Group. "Somit haben viele unserer Kundinnen bereits den Black Friday genutzt, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen."
In der Tat weisen Auswertungen, wie sie beispielsweise Salesforce nach dem Weihnachtsgeschäft vorlegte, nach der Cyber Week eine deutliche Kaufzurückhaltung aus. In den Tagen vor Weihnachten zog die Online-Nachfrage dann aber wieder kräftig an. "Üblicherweise sind die Tage kurz vor Weihnachten deutlich stärker als die Tage vorher und auch wenn uns das manchmal überrascht, machen selbst die Last-Minute-Bestellungen hier noch den kleinen, aber feinen Unterschied", erzählt Notebooksbilliger-COO Schwager. 
Otto-Sprecher Surholt berichtet, dass sich eine Ausweitung der Frist für rechtzeitige Lieferungen zum Fest auch entsprechend auf die Umsätze auswirke. "Die Lieferfrist haben wir in den letzten Jahren immer mehr verkürzt. Dadurch haben die Last-Minute-Bestellungen signifikant zugenommen - das hat uns sicher zusätzliche Umsätze gebracht."
Das Lieferthema spielte im zurückliegenden Weihnachtsgeschäft ohnehin eine nicht zu unterschätzende Rolle. BEVH-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer bemüht sich um eine positive Betrachtungsweise: "Dass trotz der straken Zuwächse im interaktiven Handel die Zustellung weitgehend problemlos funktionierte, ist der Leistung der Mitarbeiter in den Logistikzentren und Zustellorganisationen zu verdanken."



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