Stille Nacht, eilige Nacht 05.08.2019, 08:01 Uhr

Online-Handel: Die Vorbereitungen für Weihnachten beginnen

Wer im Weihnachtsgeschäft punkten will, startet am besten früh mit den Vorbereitungen. Denn bald kommen die ersten Geschenkbestellungen und bis dahin gibt es viel zu tun.
(Quelle: shutterstock.com/Mirelle )
Geht es um das Jahresendgeschäft, klingt Andreas Müller wie ein Fußballtrainer: "Nach dem Weihnachtsgeschäft ist vor dem Weihnachtsgeschäft", erklärt der Geschäftsführer des Elektronikversenders Deltatecc. "Gleich nach Jahresanfang, wenn man operativ nicht mehr am Limit ist, geht es daran, das vergangene Weihnachtsgeschäft aufzuarbeiten. Schon im Februar setzen wir uns auf die Liste, was es für das nächste Weihnachtsgeschäft zu tun gibt."
Damit ist der mittelständische Elektronikversender Deltatecc bei Weitem kein Ausnahmefall. Auch MyToys-Chef Oliver Lederle betongt die Wichtigkeit der Vorbereitung auf die Einkäufe fürs Fest: "An unserem Gesamtumsatz macht das kaufstarke Weihnachtsgeschäft einen wesentlichen Teil aus - mehr als 25 Prozent entfallen bei uns auf das Weihnachtsgeschäft."
Die Wichtigkeit des Jahresendgeschäfts bekräftigt auch Frank Surholt, Pressesprecher beim Versandhaus Otto: "Für unseren Jahresumsatz spielt das Weihnachtsgeschäft eine große Rolle. Der Anteil liegt je nach Kategorie zwischen zehn und 50 Prozent."

Black Friday nimmt das Weihnachtsgeschäft vorweg

Wie Surholt erzählt, gebe es aber auch Kategorien, in denen eine derartig lange Vorlaufzeit nicht nötig oder auch gar kontraproduktiv sei. "Im Technikbereich mit seinen schnellen Zyklen muss man beispielsweise flexibler sein." Doch auch hier gilt es, die ruhigeren Phasen in der Mitte des Jahres zur Planung für den großen Ansturm zu nutzen: "Durch die hohe Frequenz der Aktionen im vierten Quartal ist es ratsam, sich genügend Zeit für die Vorbereitung zu nehmen", erklärt Martin Schwager, Chief Operating Officer beim umsatzstärksten deutschen Elektronik-Online-Händler Notebooksbilliger.de.
Der Verantwortliche für das operative Geschäft des Elektronikversenders berichtet, dass das auch am immer früheren Beginn des Weihnachtsgeschäfts liege. "Gerade das Black Weekend gewinnt in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Häufig beginnt dann schon der Weihnachtseinkauf", so Schwager.
Das bestätigt auch Deltatecc-Chef Müller. "In den letzten zwei Jahren hat es durch die Black Week eine Vorverlagerung des Weihnachtsgeschäfts gegeben. Das war vorher deutlich anders." Von Händler zu Händler gibt es aber auch eine recht große Spannweite, wann die heiße Phase für die Weihnachtseinkäufe beginnt.
So berichtet Otto-Sprecher Surholt, dass für den Versandhandelsriesen das eigentliche Weihnachtsgeschäft von Oktober bis Dezember stattfinde. "Es gibt jedoch einen Trend, dass der Anfang immer weiter nach vorne rückt und inzwischen zum Teil schon im September liegt." Mytoys-Geschäftsführer Lederle hat demgegenüber eine etwas andere Erfahrung gemacht: "Seit ein paar Jahren lässt sich beobachten, dass unsere Kunden ihre Weihnachtseinkäufe immer später erledigen."
Das werde begünstigt durch immer schnellere Lieferzeiten und die im November und Dezember stattfindenden Aktionstage. Lederle spricht hier von der aus den USA stammenden und inzwischen auch bei deutschen Konsumenten gut etablierten Shopping-Hochphase rund um Black Friday und Cyber Monday. "Unsere langjährige große Verbraucherstudie 'Interaktiver Handel in Deutschland' zeigt, dass im vierten Quartal 2018 online Waren für 19,7 Milliarden Euro gekauft wurden. 2015, vor Etablierung der 'Cyber-Verkaufstage', waren das noch fünf Milliarden Euro weniger", berichtet Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH), und unterstreicht damit ebenfalls die Bedeutung der Aktionstage.



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