EHI-Studie 10.10.2018, 14:35 Uhr

Kleine Online-Händler können kaum mehr wachsen

Der Umsatz im deutschen Online-Handel hat 2017 weiter zugelegt. Das Wachstum verlagert sich aber zunehmend auf die E-Commerce-Spitze. Das zeigt eine aktuelle EHI-Studie.
Starkes Wachstum verzeichnen vor allem die großen Shops.
(Quelle: shutterstock.com/William Potter )
Der Online-Handel wächst, wenn auch nicht mehr so stark wie in den Vorjahren. Das zeigt die Studie "E-Commerce-Markt Deutschland 2018" von EHI und Statista. Demnach haben die 1.000 umsatzstärksten Online Shops in Deutschland im vergangenen Jahr 42,8 Milliarden Euro erwirtschaftet. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht das einem Umsatzwachstum von 8,1 Prozent. Damit befindet sich der deutsche E-Commerce-Markt weiterhin auf konstantem Wachstumskurs, bleibt aber unter dem zweistelligen Umsatzwachstum aus dem Vorjahr (11,4 Prozent).
(Quelle: EHI)
Eine bedenkliche Entwicklung dabei: Das Wachstum verlagert sich zunehmend auf die E-Commerce-Spitze, eine Umsatzsteigerung wird für kleinere Online-Händler immer schwieriger.
Alleine die zehn umsatzstärksten Shops erzielten mit 17,2 Milliarden Euro einen Umsatzanteil von mehr als 40 Prozent. Der zweitgrößte Umsatzanteil von gut 31 Prozent beziehungsweise 13,3 Milliarden Euro geht auf das Konto der Plätze elf bis 100 im Ranking.
Die Ränge 101 bis 500 erzielten noch einen Anteil von knapp 20 Prozent beziehungsweise einen Gesamtumsatz von 8,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 8,3 Milliarden Euro). Die übrigen Shops auf den Plätzen 501 bis 1.000 erwirtschafteten zusammen noch 3,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,8 Milliarden Euro), also einen Umsatzanteil von knapp neun Prozent.
(Quelle: EHI)

Marktplätze werden wieder beliebter

Eine weitere Beobachtung: Nach einem Rückgang in den Vorjahren nutzen wieder mehr Online-Händler Markplätze als zusätzlichen Vertriebskanal. 35 Prozent der Top-1.000-Online Shops sind zusätzlich auf eBay aktiv. Bei Amazon sind es bereits 43 Prozent der Online-Händler - eine Steigerung von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.
"Das Marktwachstum wird überproportional von den umsatzstärksten Händlern getrieben. Wir beobachten außerdem, dass Marktplatzaktivitäten insgesamt zunehmen. Immer mehr große Online-Händler betreiben selbst Marktplätze, die wiederum von anderen vermehrt genutzt werden, um von der größeren Reichweite zu profitieren," kommentiert Christoph Langenberg, Data Analyst und Projektleiter Forschungsbereich E-Commerce beim EHI.

Aktivitäten auf sozialen Plattformen

Facebook bleibt trotz Datenskandalen die meistgenutzte Social-Media-Plattform unter den 1.000 umsatzstärksten Online Shops in Deutschland, verliert aber seit Jahren zum ersten Mal Nutzer. Während 2016 noch 95,1 Prozent der Top 1.000 auf Facebook aktiv waren, ist die Verbreitung in 2017 auf 91,6 Prozent gefallen.
Instagram indes legt an Popularität zu. So nutzen mittlerweile 70,4 Prozent (Vorjahr: 64,0 Prozent) die Plattform.
(Quelle: EHI)



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