Matratzen-Start-up 02.08.2018, 09:33 Uhr

Eve kehrt Deutschland den Rücken

Das britische Matratzen-Start-up Eve verlässt einige europäische Märkte - darunter auch Deutschland. Nur in Frankreich und Großbritannien wird das Unternehmen weiterhin präsent sein. Gründe sind die enorme Konkurrenz sowie ein vernichtendes Ergebnis der Stiftung Warentest.
Die Matratze von Eve kann ab sofort in Deutschland nicht mehr bestellt werden.
(Quelle: Screenshot/Eve )
Das britische Matratzen-Start-up Eve zieht sich aus dem deutschen Markt zurück. Doch damit nicht genug. Eve gibt auch seine anderen Märkte in Europa auf. Lediglich in seinem Heimatmarkt Großbritannien sowie in Frankreich wird das Start-up weiterhin operieren.
Eine offizielle Stellungnahme mit Angabe von Gründen für den Rückzug gibt es nicht. Auf der deutschen Website ist lediglich Folgendes zu lesen: "Es tut uns leid, aber wir nehmen nicht länger Bestellungen für Deutschland entgegen. Solltest du bereits etwas bei uns bestellt haben, eine Lieferung erwarten oder Fragen haben, sende uns einfach eine E-Mail und wir werden uns umgehend bei dir zurückmelden."

Schlechtes Ergebnis der Stiftung Warentest

Ein Grund für den Rückzug könnte das schlechte Ergebnis der Stiftung Warentest sein, auf das viele deutsche Nutzer großen Wert legen und sich dadurch beim Kauf beeinflussen lassen. In der Matratze von Eve konnte zum Testzeitpunkt 2016 das krebserregende Flammschutzmittel TCPP nachgewiesen werden. Und auch in anderen Kategorien gelang es Eve nicht, sich gegen die Matratzen der Mitbewerber durchzusetzen. Das führte zu einem vernichtenden Urteil. Zwar hatte Eve danach seine Matratze überarbeitet, doch diese Maßnahme hat offenbar nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Konkurrenz am Markt

Ein weiteres Problem ist die enorme Konkurrenz im Markt der "One fits all"-Matratzen. In den letzten Jahren sind die Matratzen-Start-ups nur so aus dem Boden geschossen. Oft mit einer Menge Startkapital von Investoren, darunter Stars wie beispielsweise Hollywood-Schauspieler Leonardo DiCaprio und Tobey Maguire sowie die Musiker Adam Levine und 50 Cent. So haben die Start-ups auch schnell den deutschen Markt erobert.
Mit Start-ups wie Emma, Bruno, Casper und Co, die ihre Ware vor allem online vertreiben, ist es gelungen, den Matratzenkauf im Netz "sexy" zu machen. So die Ansicht von Ulrich Leifeld vom Fachverband der Matratzen-Industrie. Innerhalb weniger Jahre konnten sich die Start-ups nach Schätzungen des Verbandes in Deutschland einen Marktanteil von rund zehn Prozent sichern.
Eve hat es aber offenbar nicht geschafft von diesem Wachstum zu profitieren und zieht nun die Konsequenzen. Ob sich das Start-up in den Märkten in Frankreich und Großbritannien weiterhin behaupten kann, wird sich zeigen.



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