Senkung des Steuersatzes 18.06.2020, 10:00 Uhr

Wie dm-drogerie markt mit der Mehrwertsteuersenkung umgeht

Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes sorgt derzeit für viel Aufregung im Handel. Bei vielen Shops ist noch unklar, wie man sich auf die Umstellung vorbereitet. dm-drogerie markt will die Mehrwertsteuersenkung Artikel für Artikel vollständig an die Kunden weitergeben.
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(Quelle: dm )
Um die durch die Corona-Pandemie schwer angeschlagene Konjunktur wieder anzukurbeln, hatte die Bundesregierung beschlossen, den Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent zu senken. Der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent, der etwa für lebensnotwendige Güter gilt, soll auf fünf Prozent fallen. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen. Die Regelung soll vom Juli an für sechs Monate befristet gelten.
Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes sorgt derzeit für viel Aufregung im Handel. Stationäre Händler sehen sich zum Teil benachteiligt im Vergleich zum Online-Handel, da stationäre Läden Preisschilder ändern und Kassen umstellen müssten - Kosten, die im E-Commerce nicht anfallen. Wenn Bürger wie erhofft mehr einkaufen, verringere das dem Mittelstandsverbund ZGV zufolge nicht ihre Vorliebe für Bestellungen im Internet.

dm-drogerie markt

Bei den Handelsketten war zunächst noch unklar, wie man sich auf die Umstellung in wenigen Wochen vorbereiten wollte. dm-drogerie markt hat sich nun entschieden, die Mehrwertsteuersenkung Artikel für Artikel vollständig an die Kunden weitergeben.
Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember erhalten Kunden in allen dm-Märkten und im Online Shop dm.de den entsprechenden Rabatt für die gesamte Laufzeit der Regierungsentscheidung auf ihren Einkauf. Diese auf die Mehrwertsteuer bezogenen Rabatte bilden die Basis der Rabatt- respektive Punkte-Vergünstigungen.
Auf diese Weise will man dafür sorgen, dass die Preissenkung auf dem Kassenbon transparent wird. Zusätzlich wird dm seine Dauerpreis-Garantie ab sofort von vier auf sechs Monate erweitern. Auch diese Maßnahme hat bis zum 31. Dezember 2020 Gültigkeit.
Wenn dm, zum Beispiel bei Neueröffnungen von dm-Märkten, beim Payback-Vorteilsprogramm oder bei der Anwendung der dm-App, einen höheren Rabatt oder bei Payback-Punkten einen höheren geldwerten Vorteil gewährt, dann erhalten Kunden stets den höchsten ausgelobten Rabatt. Eine Kumulierung, also Addition verschiedener Rabatte, ist nicht möglich.

Ohne viel Aufwand

"Der Dauerpreis und das Rabattmodell machen im Gegensatz zu Aktionspreisen die tatsächliche Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung nachvollziehbar", erläutert Christoph Werner, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung, die Maßnahmen.
Der Vorteil von dm sei, dass man die technischen Voraussetzungen habe, um ohne viel Aufwand diese Steuersenkung transparent an Kunden weitergeben zu können. "Wir hoffen, auf diese Weise die Absicht der Bundesregierung, die Nachfrage in Deutschland durch günstigere Preise zu aktivieren, unterstützen zu können", so Werner.

Online Shop

Seit 2015 ist dm-drogerie markt auch online unterwegs. Im Geschäftsjahr 2018/2019 gab es nach eigenen Angaben 145 Millionen Besuche auf dm.de, mehr als 18.000 Produkte sind verfügbar.
Die positive wirtschaftliche Entwicklung des Drogerieunternehmens zeige, dass sich dm bei der Verknüpfung des Online-Handels mit dem stationären Geschäft auf dem richtigen Weg befinde.
Der seit einigen Wochen angebotene neue Service Express-Abholung stoße bei den Kunden auf eine "sehr gute Resonanz", weil der Service das Einkaufen schneller und sicherer mache. Kunden können damit Bestellungen aus dem Online Shop dm.de nach spätestens sechs Stunden direkt im dm-Markt abholen.


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