Die wichtigsten News im Ticker 16.03.2020, 11:22 Uhr

Corona-Virus: Das müssen Händler wissen

Die Ausbreitung des Corona-Virus in Europa hinterlässt immer tiefere Spuren in der Wirtschaft. Vor allem auf den Online- und stationären Handel kommen zum Teil gravierende Änderungen zu. Wir halten Händler mit unserem News-Ticker auf dem Laufenden.
(Quelle: shutterstock.com/Lebid Volodymyr)
17. April / 08:26 Uhr
  • Zalando konstatiert wieder eine steigende Nachfrage nach Modeartikeln. Der zuversichtliche Blick in die Zukunft kam an der Börse gut an.

  • Ausgerechnet EP, das sich mit seinem Online-Kurs in der Vergangenheit eher schwertat, gelingt es in der Corona-Krise, stationäre Umsatzausfälle im Internet zu kompensieren - zumindest zu mehr als einem Drittel. "ChannelPartner" sprach darüber mit Verbundgruppenchef Friedrich Sobol.

  • DHL hat alle Sonder-Abholfahrten bei Online-Händlern aufgrund der hohen Auslastung abgesagt. Der Bundesverband Online-Handel beklagt, dass DHL diesen Schritt ohne Vorwarnung vollzogen habe. So hätten die Händler den Verkauf drosseln können.

  • Doppelt so viele Bestellungen für Weine unter zehn Euro wie sonst verzeichnet der Online-Shop Weine.de in der Corona-Zeit. Auch bei Geileweine.de hat das Bestellvolumen um 70 bis 100 Prozent zugenommen. Der Großhandel verzeichnet durch die Stilllegung der Gaststätten allerdings einen Einbruch. 
16. April / 08:11 Uhr
  •  Nach einem Gerichtsurteil setzt Amazon den Betrieb seiner Verteilzentren in Frankreich vorläufig aus. "Diese Woche werden wir die Mitarbeiter unserer Verteilzentren bitten, zuhause zu bleiben", schrieb das Unternehmen. Ein Gericht in Nanterre bei Paris hatte dem Online-Händler zuvor auferlegt, sich auf eine Auswahl wichtiger Artikel zu beschränken. 

  • Auch wenn Autohäuser derzeit deutschlandweit ihre Ausstellungsräume aufgrund der Corona-Krise geschlossen halten, informieren Abarth, Alfa Romeo, Fiat und Jeep weiterhin über aktuelle Angebote - völlig kontaktlos und sicher im Internet. Die Marken von FCA Germany bieten online sogenannte Digitale Showrooms. Hier stellen die Produktmanager in ausführlichen Videos die wichtigsten Merkmale und Ausstattungsdetails der meistverkauften Modelle der Marken vor.

  • Der Rewe Lieferservice erteilt Klinikpersonal für drei Monate Vorfahrt bei der Terminvereinbarung. Dafür müssen sich die Mitarbeiter zuerst beim Händler registrieren.

  • Die Drogeriemarktkette dm will unnötigen Körperkontakt in Corona-Zeiten vermeiden und bietet seit wenigen Tagen eine Expressabholung im Markt an. Ein Praxistest von Internetworld.de zeigt allerdings erhebliche Usability-Schwächen auf.

  • Der Spezialist für generalüberholte Elektrogeräte, Refurbed, profitiert von der Corona-Krise. Innerhalb weniger Tage stieg die Nachfrage nach Laptops um fast 100 Prozent. Weil Kunden aktuell vor großen Investitionen zurückscheuen, baut Refurbed jetzt auch das Mietgeschäft verstärkt aus. "Das wird sehr gut angenommen", so Gründer Kilian Kaminski.

  • Wer eine Empfehlung für eine Netflix-Serie braucht oder wissen will, wo man jetzt noch Hefe bestellen kann, hat zumindest in den USA eine neue Anlaufstelle. Zappos, schon immer bekannt für exzellenten Kundenservice, hat eine Hotline ins Leben gerufen, bei der Kunden auch anrufen können, wenn sie keine Schuhe bestellen wollen. In der ersten Woche gingen schon rund 1.000 Anrufe ein. 

  • Um für seine britischen Kunden in jeder Phase ihres Lebens, also auch während des Corona-Shutdowns, da zu sein, hat John Lewis einige Services digitalisiert. So können Kunden nun Beratungstermine vereinbaren und sich in modischen Fragen oder in Sachen Einrichtung beraten zu lassen. Darüber hinaus gibt es auch auf der Website einen neuen Bereich mit Tipps, Inspirationen und Aktivitäten.

  • Gute Nachrichten für Online-Modehändler. Laut aktueller Zahlen des IFH haben Kleidung und Schuhe den Spitzenplatz der beliebtesten Produktkategorien im Online-Handel zurückerobert. 40 Prozent der vom IFH befragten Konsumenten kaufen am liebsten Kleidung und Schuhe online. In den vergangenen drei Wochen waren noch Hygieneartikel und haltbare Lebensmittel die beliebtesten Artikel bei Online-Käufen.

  • Mehr als die Hälfte derjenigen, die jetzt verstärkt über den digitalen Kanal einkaufen, wollen das einer Umfrage von A.T. Kearney zufolge auch nach der Corona-Krise tun. Ein Drittel dieser digitalen E-Commerce-Fans sind Erstkäufer, die zuvor nichts im Internet erworben haben und jetzt vor allem bei Drogerieartikeln, Heimwerkerartikeln und bei Medikamenten verstärkt online zuschlagen.

  • In der aktuellen Lage beginnen deutlich mehr Händler als üblich, ihre Waren online im eigenen Webshop zu verkaufen, berichtet der Webhoster Strato: Allein zwischen dem 15. und dem 31. März 2020 habe die Zahl der Kunden, die einen Strato Webshop bestellt haben, im Vergleich zu den beiden Vorwochen (1. bis 14. März 2020) um über 240 Prozent zugenommen - das entspreche mehr als einer Verdreifachung in zwei Wochen.
15. April / 08:06 Uhr
  • Zalando will vom Bestell-Boom bei Laufschuhen und Yoga-Equipment profitieren und hat jetzt eine Sportkampagne für das Home Office gestartet. Entwickelt wurde sie ebenfalls komplett im Home Office - und das in drei Wochen statt wie sonst in drei bis vier Monaten. Auf das übliche Set mit Kameras und Visagisten wurde verzichtet.

  • Der Sportartikelkonzern Adidas hat sich von der KfW und den Großbanken drei Milliarden Euro gesichert. Ansonsten regiert der Rotstift: Zwei Drittel der Bezüge des Vorstands werden gestrichen, auch die Dividende fällt aus.

  • Amazon muss in Frankreich eine schwere Schlappe hinnehmen: Einem Gerichtsbeschluss zufolge darf der E-Commerce-Riese bis auf Weiteres in Frankreich nur noch Bestellungen von Lebensmitteln sowie Hygiene- und Medizinprodukten abwickeln und muss ansonsten bei erforderlichen Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen in seinen Fulfillment-Centren nachbessern. Für jeden Tag, an dem Amazon den geforderten Sicherheits- und Gesundheitsstandards nicht nachkomme, droht eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro.

  •  In den USA scheint Amazon seine FBA-Beschränkungen langsam wieder zu lockern. In einigen Sortimenten sinken die Lieferzeiten auf "nur" noch zwei Wochen. Darüber hinaus wurden handverlesene Händler angeschrieben und darum gebeten, ihre FBA-Bestände für nachfragestarke Produkte wieder aufzustocken. Die Händler allerdings kommen dieser Aufforderung nur widerwillig nach.

  • Andere Händler haben es vorgemacht, jetzt zieht der größte US-Einzelhändler nach und führt ein Pick-Up-Fenster für Corona-Risikopatienten ein. Von 7.00 bis 8.00 Uhr morgens können Walmart-Kunden über 60 Jahre, Kunden mit körperlichen und geistigen Einschränkungen und Risikopatienten ihre Bestellungen erhalten. Die Übergabe erfolgt kontaktlos in den Kofferraum.

  • Trotz des höheren Bestellaufkommens in der Corona-Krise dürfen Paketdienste an Sonn- und Feiertagen weiterhin nicht zustellen. Das Berliner Verwaltungsgericht wies am Dienstag Eilanträge von mehreren privaten Paketzustelldiensten ab. Die Dienste hatten laut Gericht eine Ausnahmeregelung für die Ostertage beim Landesamt für Arbeits- und Gesundheitsschutz beantragt. Sie argumentierten mit dem hohen Paketaufkommen und einem hohen Krankenstand.
14. April / 08:42 Uhr
  • Zalando muss aufgrund der Corona-Krise 350 Millionen Euro sparen. Dazu kürzt sich das Management selbst das Gehalt. Darüber hinaus werden geplante Gehaltserhöhungen auf das kommende Jahr geschoben und es wird am Marketing gespart.

  • Über eine neue Plattform auf seiner Homepage ermöglicht Vaude Fachhändlern und Vaude-Stores in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen lokalen Lieferservice für die Kunden anzubieten. Die Resonanz ist groß – innerhalb weniger Tage haben sich rund 100 Fachhändler dafür angemeldet. Per Live-Chat können Kunden zudem beraten werden.

  •  Noch im April will die Otto-Tochter About You textile Behelfsmasken online verkaufen. Dazu hat der Modeversender seine Markenpartner und Lieferanten kontaktiert und darum gebeten, ihre eigene Produktion für die Herstellung von textilen Behelfsmasken zu nutzen. Diese sollen dann zum Selbstkostenpreis verkauft werden. Prominente Unterstützung bekommt die Aktion bereits von LeGer-Designerin Lena Gercke, MDLA-Designer Bill Kaulitz, GMK-Designer Guido Maria Kretschmer sowie About-You-Botschafter und Entertainer Riccardo Simonetti, die zugesagt haben für About You exklusive Masken zu designen.

  • Die Abensberger Spargelbauern merken den Umsatzrückgang aufgrund der geschlossenen Restaurants deutlich. Nun wird der Abensberger Spargel bundesweit auch online angeboten.

  • Die Kleeblatt Apotheken sagen im Zeichen von Corona nicht einfach "Bleiben Sie zuhause", sondern tun auch etwas dafür, dass ihre Kunden diesen Ratschlag beherzigen können. Kunden können ihre Medikamente nicht nur taggleich frei Haus liefern lassen, sondern auf Wunsch auch ihre Lebensmitteleinkäufe miterledigen lassen.

  • Amazon muss neue Interessenten für seine Lebensmittel-Bestellangebote in den USA vorerst vertrösten. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde am Montag eine Warteliste für Neuanmeldungen eröffnet.

  • Airbnb digitalisiert sein Angebot "Airbnb Experiences". Statt Ausflüge, Events und Aktivitäten in der realen Welt gibt es nun digitale Zeichenstunden, Comedy-Shows und virtuelle Bike-Touren.

  • Corona lässt bei Amazon die Preise steigen. Einer Analyse des "manager magazins" lag der Preisanstieg bei Webcams gegenüber dem Vormonat bei bis zu 400 Prozent Haarschneidegeräte sind bis zu 319 Prozent teurer. Und für Puzzles müssen Kunden 117 Prozent mehr bezahlen als noch vor einem Monat.
08. April / 08:10 Uhr
  • Twitter-Chef Jack Dorsey will Aktien im Wert von einer Milliarde US-Dollar (925 Millionen Euro) stiften - unter anderem für den Kampf gegen die Corona-Virus-Krise. Der 43-Jährige kündigte an, 28 Prozent seines Privatvermögens in einen entsprechenden Fonds zu stecken. Bei den Mitteln handelt es sich um Anteile an dem von Dorsey gegründeten und als Vorstandschef geführten Bezahldienst Square. Die Initiative solle sich zunächst auf die Bewältigung der Corona-Pandemie konzentrieren. Danach werde sich der Fokus des Fonds auf "Gesundheit und Bildung von Mädchen" und ein bedingungsloses Grundeinkommen verlagern, so Dorsey weiter.

  • Die Deutsche Post will 4.000 Beschäftigte in Kurzarbeit schicken. Betroffen seien Tochter-Firmen, die Logistik-Dienstleistungen unter anderem für Ford und Audi anbieten. Auch in der Express-Sparte soll Kurzarbeit eingeführt werden.

  • Airbnb bekommt eine Milliarde US-Dollar frisches Kapital von den Investoren Silver Lake und Sixth Street Partners, um für die Zeit nach Corona gerüstet zu sein. Das Buchungsportal muss derzeit zahlreiche stornierte Buchungen erstatten.
07. April / 11:01 Uhr
  • eBay Kleinanzeigen stellt gewerblichen Neukunden Leistungen, die ihnen auf der Plattform mehr Sichtbarkeit verschaffen, im April und Mai kostenlos zur Verfügung. Darüber hinaus verlängert der Online-Kleinanzeigenmarkt für Bestandskunden die Zahlungsfrist für März- und April-Rechnungen auf 90 Tage und stellt Vorlagen sowie Informationen für Händler bereit. Damit möchte eBay Kleinanzeigen vor allem kleine Unternehmen unterstützen, die aufgrund der Corona-Krise Umsatzeinbrüche verzeichnen.

  • Die Supermarkt-Kette Albert Heijn unterhält fünf Abholzentren in Krankenhäusern. Um die Mitarbeiter zu entlasten, können diese ihre online bestellten Lebensmittel direkt an ihrer Arbeitsstelle abholen.

  • Die Drogeriekette dm rollt bundesweit ihren Express-Abholservice aus. Damit stehen online bestellte Produkte binnen sechs Stunden zur Abholung bereit. Gezahlt wird vorab online.

  • Payone und Epages kooperieren, um stationären Händlern, die ihr Geschäft vorübergehend schließen mussten, einen Online Shop kostenlos einzurichten. Bis Ende Juni zahlen die Händler keine laufenden Gebühren. Sollten die Einschränkungen länger bestehen bleiben, verlängert sich das kostenlose Angebot entsprechend. Ziel ist es, dass die Händler binnen 24 Stunden über einen neuen Shop einsetzen können.
06. April / 08:30 Uhr
  • Im Kampf gegen die Corona-Pandemie produziert Apple jetzt gemeinsam mit Zulieferern Gesichtsschutz für medizinisches Personal. Die erste Lieferung sei vorige Woche an ein Krankenhaus in den USA gegangen, und das Feedback der Ärzte sei sehr positiv gewesen. Künftig sollen davon eine Million pro Woche hergestellt und bald auch über die USA hinaus verteilt werden. Der Schutz ist durchsichtig und bedeckt große Teile des Gesichts. Apple habe außerdem weltweit mehr als 20 Millionen Atemschutzmasken über die eigenen Zulieferer besorgt, hieß es.

  • Ortovox erlaubt - kurzfristig - den Amazon-Vertrieb: Der Bergsportspezialist hat seine Produkte bislang nur bei Fachhändlern verkauft, die kompetente Beratung bieten. Marktplätze wie Amazon durften nicht bedient werden. Nach deren Shutdown befürchtet die Marke ein Ladensterben, was für Ortovox den Zusammenbruch des Vertriebsnetzes bedeuten würde. Um den Fachhandel zu unterstützten, bietet der Outdoor-Anbieter nun Online-Gutscheine an, die Händler an ihre Kunden weiterreichen können. Von jedem Einkauf fließt dann ein Viertel der Summe an den Ladeninhaber. Zudem dürfen die Fachhändler - kurzfristig - über Amazon verkaufen.

  • Puma jammert über schlechte Umsätze: Obwohl man in der Corona-Krise schnell das Gefühl bekommt, die Welt würde nur noch aus Joggern bestehen, scheint sich dies nicht positiv auf die Umsätze der Laufschuhhersteller auszuwirken. Laut Puma erreichen die Umsätze im Internet nicht einmal zehn Prozent der sonst üblichen Erlöse.

  • Otto unterstützt den Beschaffungsstab der Regierung: Bei der Beschaffung von Schutzausrüstung ist die Bundesregierung auf die internationalen Netzwerke großer Unternehmen angewiesen. Deshalb hat sie Rahmenvereinbarungen unter anderem mit Online-Händler Otto geschlossen.

  • Corona halbiert bei H&M den Umsatz: Die schwedische Modekette H&M muss wegen der Corona-Krise und der damit verbundenen Ladenschließungen in mehreren Ländern mit einem massiven Einbruch seiner Erlöse zurechtkommen. Der Umsatz im März sank währungsbereinigt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 46 Prozent.



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