Leipziger Internetunternehmen 28.07.2016, 10:15 Uhr

Fast 90 Prozent der Unister-Beschäftigten von Insolvenz betroffen

Es vergeht kaum ein Tag, an dem Unister nicht das Gesprächsthema ist. Die ungute Nachricht von heute: Durch die Insolvenz sind bereits fast 90 Prozent der insgesamt gut 1.000 Beschäftigten betroffen.
Der Fall "Unister und Thomas Wagner" steht noch lange nicht vor der Aufklärung
(Quelle: Unister )
Durch die Insolvenz beim Leipziger Internetunternehmen Unister sind bereits fast 90 Prozent der insgesamt gut 1.000 Beschäftigten betroffen.
Nach Insolvenzanträgen der Unister Factory GmbH - die Buchungsdienstleistungen in der Gruppe übernimmt - und dem Call-Center CS 24 Call Support GmbH am Freitag vergangener Woche sei die Zahl der betroffenen Mitarbeiter um 213 auf nun insgesamt 889 gestiegen, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Lucas Flöther am Mittwoch. Zuvor hatte der MDR darüber berichtet.
Nach dem Tod des Unister-Gründers und Geschäftsführers Thomas Wagner am Donnerstag vor zwei Wochen hatte zunächst die Unister Holding Insolvenz angemeldet. Inzwischen sind sechs Töchter aus der Gruppe, die auch Reiseportale wie fluege.de oder ab-in-den-urlaub.de betreibt, im vorläufigen Verfahren.
Die Gehälter der Mitarbeiter sind durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit vorerst gesichert.

Schulden, Schulden, Schulden

Erst vor wenigen Tagen wurde klar, wie groß die Probleme von Unister tatsächlich sind. Demnach hat die Holding Verbindlichkeiten von 39,2 Millionen Euro aufgehäuft. Dabei sollen gut 34 Millionen Euro auf einen Kredit der Versicherung Hanse Merkur - einem großen Kreditgeber der Unister Holding, fallen. Die weiteren Gläubiger sind nicht ganz eindeutig, offenbar kommen Schulden beim Finanzamt in Höhe von 800.000 Euro dazu, bei Yahoo soll die Firma mit 1,2 Millionen Euro in der Kreide stehen.
Daneben gibt es diverse offene Zahlungen, etwa für Anwaltskanzleien in Höhe von 300.000 Euro, mal sind es auch 400.000 Euro. Auch die Kanzlei von Petersen bekommt noch 124.000 Euro von der Unister Holding. Dazu kommen weitere Verbindlichkeiten der Tochterfirmen,so soll auch Google mehr als zehn Millionen Euro offene Forderungen haben.



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