Die Wahl des richtigen Bezahlverfahrens 27.03.2012, 11:07 Uhr

Wie entwickelt sich der Payment-Markt?

Händler können aus vielen verschiedenen Zahlungsverfahren wählen. Die Schwierigkeit bestehe darin, die beste Lösung für den Verkäufer und den Kunden zu finden, sagt Ernst Stahl von ibi research in seinem Vortrag auf der Internet World 2012.
Die Wahl des richtigen Bezahlverfahrens
Im deutschen Markt haben Onlinehändler die niedrigsten Abbruchquoten, wenn sie den Kauf auf Rechnung anbieten, sagt Stahl. Das Problem daran sei jedoch die Absicherung der Zahlung. Schließlich sei dieses Verfahren zugleich auch das risikoreichste. Viele Händler seien einer Befragung zufolge bereit, Rechnungskauf oder Lastschrift als Verfahren anzubieten, wenn ihnen ein Dritter gegen Gebühr eine Ausfallsicherheit garantiere.
Die Zahlung per Nachnahme sei für den Händler sehr sicher, aber auch sehr teuer, erklärt Stahl. Denn dieses Verfahren bringe eine sehr hohe Rücklaufquote mit sich. Viele Verbraucher entscheiden erst bei der Lieferung, ob sie die Bestellung wirklich annehmen wollen. Dadurch kommen viele dieser Bestellungen wieder zum Händler zurück und er bleibt auf den Kosten sitzen.
Mobile Bezahlverfahren werden in den nächsten Jahren aufkommen
Das Thema Mobile Payment sei momentan noch Zukunftsmusik. Aber NFC werde auch in Deutschland zum Enabler werden, ist sich Stahl sicher. Die Sparkassen führen beispielsweise in den kommenden drei Jahren flächendeckend ihre Giro-Go-Karten ein. Damit soll kontaktloses Bezahlen möglich werden. Auch die anderen großen Zahlungsanbieter wie Visa oder Mastercard entwickeln ähnliche Lösungen. Insofern wird das mobile Bezahlen sicher kommen.
Den E-Commerce über Facebook sieht Stahl derzeit noch kritisch. Hier wird Amazon noch eine große Rolle spielen, denn der Konzern bietet auch die Möglichkeit, einen eigenen Shop einzurichten und diesen in Facebook einzubinden. Ein selbst entwickelter Shop lohne sich für die wenigsten Anbieter. Auf Facebook dürfen Onlinehändler derzeit noch verschiedene Zahlungsdienste nutzen. Einzig die Spieleanbieter wurden bereits dazu verpflichtet, Facebook Credits als Währung zu nutzen. 
Dieser Trend werde vermutlich auch in Zukunft anhalten. Große Player wie Google, Facebook, Amazon, DHL und Paypal werden versuchen ihre jeweiligen Payment-Dienstleistungen in ihren jeweiligen Netzwerken durchzusetzen.



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