110 neue Filialen 04.04.2019, 14:23 Uhr

Rossmann: Das Online-Geschäft ist unbedeutend

Rossmann will in Deutschland im laufenden Jahr 110 neue stationäre Läden eröffnen. Vom Umbruch im Online-Handel ist das Drogeriegeschäft noch kaum berührt.
(Quelle: shutterstock.com/ Tupungato )
Der Drogerieriese Rossmann will im laufenden Jahr Millionensummen in neue Geschäfte stecken. Allein in Deutschland sollten im laufenden Jahr 90 Millionen Euro in 110 neue Märkte fließen, teilte das Unternehmen mit. 175 Geschäfte sollen modernisiert werden. Weltweit seien Investitionen von 215 Millionen Euro geplant, 200 neue Filialen im In- und Ausland sollten öffnen. Allerdings würden auch Geschäfte geschlossen, sodass per Saldo rund 160 neue Läden übrig blieben, sagte Geschäftsführer Peter Dreher.

Trend in vielen Innenstädten sei ein deutlicher Rückgang der Ladenmieten, in den Fachmarktzentren blieben die Preise dagegen hoch, sagte Rossmann-Chef Dirk Roßmann. Neueröffnungen seien fast durchweg um 700 Quadratmeter groß, ältere Geschäfte seien teils kleiner. Die Durchschnittsfläche liege bei rund 580 Quadratmetern.

Online-Auftritt hilft beim Vertrieb

Trotz des Umbruchs zum Online-Handel sei das Drogeriegeschäft kaum berührt. Das Online-Geschäft sei mit 30 Millionen Euro unbedeutend. Allerdings werde das Geschäft im Netz wachsen - wenn auch auf niedriger Basis, ergänzte Geschäftsführer Raoul Roßmann, der Sohn des Gründers.
Deutsche Verbraucher kauften Drogerieprodukte und Lebensmittel lieber im Laden. Der Online-Auftritt helfe jedoch beim Vertrieb: Jährlich verzeichne das Unternehmen 60 Millionen Besucher auf seiner Internetseite. Der "ängstliche Blick" auf den Online-Handelsriesen Amazon sei nichts, was Rossmann beschäftige, betonte das Unternehmen.
Ganz im Gegenteil: Rossmann kooperiert seit 2017 mit dem Amazon Prime Now Service. Die Drogeriefachmarktkette verkauft ein eingeschränktes Sortiment von 5.000 Artikeln über den Service in Berlin. Doch in diesem Sommer soll die Zusammenarbeit beendet werden. Wie bei anderen Händlern auch sollen der Aufwand und der Ertrag in keinem rentablen Verhältnis stehen.

Angepeilter Umsatz von Rossmann

Die Drogerie-Kette peilt im laufenden Jahr einen Umsatz von 9,9 Milliarden Euro an - nach 9,46 Milliarden Euro 2018. Im Vergleich mit 2017 stand ein Plus von 5,1 Prozent. Im Ausland steigerte Rossmann den Umsatz gar um 7,7 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. In insgesamt sieben europäischen Ländern betreibt die Kette über 3.900 Geschäfte.
Detaillierte Angaben zum Ergebnis macht das Familienunternehmen traditionell nicht, Dirk Roßmann erklärte aber, unterm Strich stünden "gut über 200 Millionen Euro". Er sagte: "Uns geht es wirtschaftlich weiterhin gut." Der Rossmann-Marktanteil im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel stieg zuletzt von 14,4 auf 15,2 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter kletterte leicht auf 56.000 Menschen.

Wirtschaftliches Handeln bedinge, dass man auf Überflüssiges verzichte, sagte Raoul Roßmann angesichts der Diskussion über Mikroplastik und die Flut von Verpackungen. Die kostenlose kleine Plastiktüte gebe es bei Rossmann seit zwei Jahren nicht mehr, auch seien erste Produkte der Eigenmarke Isana mikroplastikfrei.



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