Local Commerce: Internet-Schaufenster für Händler

Mit und ohne Grundgebühr

Große Unterschiede gibt es zudem bei den Konditionen für Händler: Alle drei Marktplätze haben hier ihr eigenes Konzept entwickelt.
Locafox bietet drei verschiedene Pakete an, die Monatsgebühren hängen dabei in erster Linie von der Anzahl der eingestellten Artikel ab.
Die Kuriere werden via App über neue Aufträge informiert
Für bis zu 125 Artikel kostet die Pauschale 39 Euro, eine unbegrenzte ­Anzahl von Produkten kann für 179 Euro monatlich eingestellt werden. Bei Letzterem bietet der Marktplatzbetreiber auch mehr Services in Sachen Suchmaschinenoptimierung. Dar­über hin­aus fallen noch zehn Prozent Provision für die über den Marktplatz generierten Umsätze an.
Ein anderes Modell hat Atalanda ent­wickelt, das Online-Schaufenster schlägt hier mit monatlichen Gebühren von 20 Euro zu Buche; die Umsatzprovision beträgt laut Geschäftsführer Heimbold acht Prozent.
In den Gebühren enthalten ist zudem auch das Coaching-Konzept für die angeschlossenen Händler. Die Kommune wiederum trägt die Personalkosten für den Projektmanager für mindestens zwei Jahre.
Locafox wiederum setzt auf ein gänzlich anderes System. Händler zahlen bei dem Berliner Start-up keine Grundgebühren, das Bezahlmodell basiert vielmehr auf zwei Komponenten: einem erfolgsabhängigen Kommissionsmodell und einem pro-Klick-basierten Abrechnungsmodell.
Ob sich allerdings die Investition für den Händler lohnt, das hängt in erster Linie von den Umsätzen ab, die über die lokalen Marktplätze generiert werden. Atalanda-Geschäftsführer Heimbold gibt gegenüber Telecom Handel zu, dass diese bislang recht gering seien, aber schließlich stünden die Marktplätze erst am Anfang. "Wir rechnen damit, dass es mindestens zwei Jahre dauert, bis ein Marktplatz sich auch bei den Verbrauchern etabliert hat", betont er.
Denn letztlich sind es die Konsumenten, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Marktplatzbetreiber wie Heimbold hoffen dabei, mit Regionalität punkten zu können - und dem Zeitvorteil, sei es über die Lieferung der Ware direkt nach Hause oder die Sicherheit, dass das gewünschte Produkt im Laden für den Kunden zur Abholung bereitliegt.
Dass die Marktplätze sich auch über den Preis positionieren können, daran glaubt Heimbold nicht: "Wir werden nie die Günstigsten sein", sagt er. Dies sei auch gar nicht nötig, betont Wettbewerber Seilern. Marktforschungen hätten beispielsweise ergeben, dass vielen Konsumenten die Zeitersparnis und der Service beim Shoppen deutlich wichtiger seien als der Preis.
Auf der Internet Wordl 2015 wurde das Themengebiet ebenfalls verhandelt. Wie schafft man als Traditionsunternehmen den Schritt in den Multichannel? Darüber sprach die Münchner "E-Commerce-Schickeria" auf dem Internet World Kongress.



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