Local Commerce: Internet-Schaufenster für Händler

Zentral und regional

Einen anderen Weg gehen in dieser Hinsicht Anbieter wie HierBeiDir oder Locafox: Beide Plattformen befinden sich noch in der Betaphase, sollen aber demnächst offiziell gelauncht werden.
HierBeiDir konzentriert sich derzeit auf den Großraum Düsseldorf, Locafox auf Berlin. Letztere beginnen dabei mit einem Kernsortiment von Elektronikartikeln - weitere Städte und Angebote sollen selbst­redend folgen.
Bei der Händlerakquise setzen beide Marktplätze nicht auf einen zentralen Ansprechpartner in der Kommune, sondern schicken ein eigenes Vertriebsteam in die Shops.
Zielgruppe sind auch hier stationäre Läden, wobei HierBeiDir vor allem kleinere, inhabergeführte Geschäfte priorisiert und Filialisten von seinem Marktplatz ausschließt. Locafox wiederum sucht den Schulterschluss mit allen stationären Händlern, auch mit landesweiten Einzelhandelsketten.
Karl Josef Seilern; CEO von Locafox
Dazu Locafox-CEO Karl Josef Seilern: "Nur durch einen Mix aus allen Größen hat der Konsument am Ende einen echten Mehrwert - wie im wahren Leben auch."
Und es gibt noch eine Besonderheit bei HierBeiDir: Anders als so mancher Wettbewerber setzt Geschäftsführer Philipp Bohne perspektivisch auf Synergieeffekte und forciert von Beginn an Kreuzverkäufe, Kunden aus Hamburg sollen beispielsweise Produkte aus dem lokalen Shop in Düsseldorf kaufen und natürlich umgekehrt - Plattform ist HierBeiDir.de.
"Die Marke muss sich etablieren, sonst kann das System nicht funktionieren", erklärt Geschäftsführer Bohne die Strategie.
In einem aber sind sich alle drei Plattformbetreiber einig: Sie wollen den stationären Händlern den Einstieg in die digitale Welt so einfach wie möglich machen. Dies beginnt schon beim Einstellen der Daten. "Die wenigsten Händler haben ein Warenwirtschaftssystem mit aktuellen Beständen, über das die Produkte automatisch in den Marktplatz integriert werden könnten", berichtet Bohne.

Knackpunkt Warenwirtschaftssystem

Er rät deshalb Händlern, zu Beginn ein Basissortiment in den Marktplatz einzustellen, das garantiert immer im Laden verfügbar ist. Unternehmer, die nicht sonderlich technikaffin sind, können zudem ihren Bestand über Excel-Listen in das System einpflegen.
Der Kurier kommt in den Laden und holt die online bestellte Ware für den Kunden ab
"Wir versuchen, das Prozedere so weit wie möglich zu automatisieren, damit der Aufwand für die Händler so gering wie möglich ist", so Bohne weiter. Ein Service, den im Übrigen auch die anderen Marktplatzbetreiber anbieten.
Karl Josef Seilern von Locafox bemerkt darüber hinaus, dass immer mehr Händler professionelle Warenwirtschaftssysteme einsetzen oder dies zumindest planen.
"Rund 30 Prozent unserer Händler haben entsprechende Systeme und damit die Daten fertig aufbereitet", sagt Seilern. Dies seien dann auch die "Early Adopter", mit denen Locafox seinen Marktplatz aufbaue.
"Wir sind fest davon überzeugt, dass die anderen Händler in den nächsten zwei, drei Jahren ihre Daten so weit haben werden, dass sie mit einer Plattform wie der unseren zusammenarbeiten können", prognostiziert Seilern.



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