Social-Shopping 05.05.2015, 08:09 Uhr

Wie stylefruits zur Mobile Company wird

Laut Ingo Heinrich hat stylefruits keine Mobile-Strategie, sondern nur eine Strategie - und diese heißt Mobile. Was das genau bedeutet, erklärt der CEO der Social-Shopping-Plattform im Interview.
Ingo Heinrich, CEO von stylefruits
(Quelle: stylefruits )
Die App von stylefruits verzeichnet seit ihrem Launch Ende 2014 mittlerweile mehr als 1,2 Millionen Downloads. Mit der Anwendung der Social-Sharing-Plattform können Userinnen eigene Styles kreieren, sich Inspirationen anhand anderer Outfits holen und mit einem Klick zu den jeweiligen Online-Shops der Produkte gelangen, um diese dort zu kaufen. Allein auf den Wunschlisten der Nutzerinnen der App befinden sich schon mehr als 2,5 Millionen Produkte. Welche weiteren Maßnahmen zur Optimierung der Anwendung vorgesehen sind und wie die künftige Unternehmensstrategie von stylefruits aussieht, erläutert Ingo Heinrich, Gründer und CEO von stylefruits.
Welche strategische Rolle spielt Mobile für stylefruits?
Ingo Heinrich
: Wir haben keine Mobile-Strategie im eigentlichen Sinn, sondern für uns gibt es nur eine Strategie und die heißt Mobile. Unsere Frauenzielgruppe, die wir adressieren, surft bereits jetzt überwiegend via Mobile. Und wenn sie stylefruits über das Smartphone aufsuchen, dann auch hauptsächlich über unsere App. Die Tendenz ist hier steigend und deshalb sagen wir: Wenn man eine junge Frauenzielgruppe zukünftig erreichen möchte, dann über Apps. Das erkennen wir auch an unserem Mobile-Traffic, der mittlerweile bei 70 Prozent liegt. Wir rechnen damit, dass es bis Ende 2015 bis zu 80 Prozent sein werden. Die Hälfte wird hierbei über die App generiert werden. Wir bauen stylefruits komplett zu einer Mobile Company aus. Mittelfristig planen wir sogar die Webseite via Desktop abzuschalten. Zurzeit findet eine "zweite Revolution" statt, bei der sich alles in Richtung Mobile entwickelt.
Welcher Umsatzanteil am Gesamtumsatz wird über den Mobile-Kanal erwirtschaftet?
Heinrich: Zurzeit erwirtschaften wir mit unserem Mobile-Kanal 65 Prozent unseres Gesamtumsatzes. Wir gehen davon aus, dass es bis Ende des Jahres um die 75-80 Prozent sein werden. Wir haben ein Modell, das sehr gut mobile funktioniert. Seit wir die App gelauncht haben, bauen unsere Userinnen doppelt so viele Outfits und setzen mehr Produkte auf ihre Wunschliste. Generell verzeichnen wir seitdem ein viel höheres Engagement unserer Nutzerinnen. Hierzu trägt vor allem auch die Usability unserer App bei, die den Kundinnen großen Spaß bereitet.
Wie sieht das User-Erlebnis bei der App genau aus?
Heinrich: Es gibt grundsätzlich immer unterschiedliche Anwendungsfälle. Es gibt Userinnen, die kommen auf unsere Seite, schauen sich einige Outfits und Wohnstyles an, klicken darauf, sehen Produkte die sie interessant finden und gelangen dann zum Shop, um diese dort zu erwerben. Das ist der klassische Inspirationsansatz und die Logik, auf der stylefruits basiert. Die App läuft deshalb so gut, weil sie zu unserem Grundkonzept der neutralen Ratgeberlogik perfekt passt. Wir zeigen Styles, die von anderen Nutzerinnen erstellt werden und verweisen auf die Shops, wo die einzelnen Produkte erworben werden können.
Welchen Stellenwert hat Gamification für den Erfolg der App?
Heinrich: Unseren Userinnen macht es Spaß zu browsen, sich Fashion- oder Wohnstyles anzuschauen und Produkte anzuklicken. Das ist sehr unterhaltend. Man schaut nicht stupide eine Liste von Produkten durch, sondern bekommt komplette Styles geboten, die inspirierend sind. Die Gamification findet vor allem in der spielerischen Zusammenstellung von neuen Outfits statt. Im Durchschnitt beschäftigen sich unsere Userinnen 15-30 Minuten mit der Erstellung eines Styles. Es macht ihnen Spaß und sie verwenden sehr viel Zeit und Energie hierauf. Es gibt also zwei Ausgangspunkte: Der eine ist das unterhaltsame Browsen, der andere, dass es den Userinnen großen Spaß macht kreativ zu sein und diese Kreativität mit anderen zu teilen.
Wie entstehen bei Ihnen die Partnerschaften mit den Shops?
Heinrich: Es gibt bei uns Partnerschaften, wie zum Beispiel mit Esprit, die wir fast seit unserer Gründung pflegen. Ansonsten kommen viele Shops auf uns zu und fragen, ob sie ihre Produkte bei uns integrieren können. Des Weiteren sprechen wir auch Shops direkt an. Das haben wir insbesondere getan, als wir mit dem Damenmode-Segment nach Großbritannien, Frankreich, in die Niederlande und nach Polen expandiert sind.



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