Konkurrenz für Amazon? 18.01.2018, 10:42 Uhr

Warum die Shopping App Wish immer mehr User gewinnt

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Shopping App Wish in den USA die höchsten Downloadzahlen und überholte sogar Spitzenreiter Amazon. Womit lockt die Anwendung ihre Nutzer und was unterscheidet sie von anderen?
(Quelle: shutterstock.com/Pe3k )
In den USA wurde im vergangenen Jahr die Shopping App Wish über 32,5 Millionen Mal heruntergeladen, berichtet Tamebay. Damit hat die Anwendung sogar Amazon in den USA überholt (29,2 Millionen Downloads).
Was ist das Geheimnis? Der Markplatz Wish fokussiert sich mit seinem Konzept vor allem auf junge und preis-sensible Shopper und stellt mit seinem Geschäftsmodell eine Alternative zu eBay und Amazon dar. Dementsprechend finden sich in der App täglich neue Angebote und vor allem Waren aus den Bereichen Mode, Technik und Lifestyle zu sehr günstigen Preisen.
(Quelle: Screenshot/Wish App)
So wundert es nicht, dass die Produkte in der Regel nicht von hochwertiger Qualität sind und die meisten Händler aus dem asiatischen Raum stammen. Bei der jungen Zielgruppe ist die App dennoch derzeit angesagt - und das nicht nur in den USA.
Die vermeintlich unschlagbar günstigen Angebote zielen vor allem darauf ab, bei den Millenials Impulskäufe auszulösen. Die User bekommen zunächst zu sehen, was der Artikel "ursprünglich" gekostet hat. Dann wird gezeigt, wie viel Geld man bei einem Kauf sparen kann. Das wird auch mit einem Banner, der über dem Artikelbild liegt, verdeutlicht - etwa mit "-96 Prozent".
Die Online-Shopper, die das noch nicht überzeugt hat, sollen schlussendlich mit der Verkaufszahl des Produktes gewonnen werden. Denn bei den meisten Artikeln wird mindestens eine Verkaufszahl von "mehr als 50.000" angegeben.

Wie vertrauenswürdig ist Wish?

Wer über die App einkauft, muss sich darüber im Klaren sein, dass er vor allem günstige Ware einkauft. Da die Produkte oftmals aus China kommen, muss zudem mit langen Lieferzeiten gerechnet werden. Damit einher geht das Problem, dass es zu Schwierigkeiten kommt, wenn man eine Bestellung reklamieren möchte.
Da Wish nur die Plattform zur Verfügung stellt und mit dem eigentlichen Kaufprozess nichts zu tun hat, ist es nicht so einfach den Händler zu kontaktieren. Das gilt auch für die Rückerstattung des Kaufpreises, wenn bestellte Ware nicht ankommt.
Hinzu kommt das Datensammeln. Wer die Anwendung installiert, gewährt dem Unternehmen Zugriff auf Kontakte auf dem Smartphone, die eigene Identität sowie Fotos und Medien. Wer die Erlaubnis nicht erteilt, kann Wish nicht nutzen. Ziel dahinter ist, dem Online-Shopper die bestmöglichen maßgeschneiderten Angebote auszuspielen, um so noch mehr Verkäufe zu generieren.

Gründer kommen von Google und Yahoo

Wish ist 2011 von dem Ex-Google-Mitarbeiter Peter Sculczewski und dem Ex-Yahoo-Ingenieur Danny Zhang entwickelt worden. Die Gründer haben sich mit dem Markplatz vor allem auf Mobile Shopping konzentriert.
Mittlerweile hat sich die App zur beliebtesten Shopping-Anwendung in Nordamerika und Europa entwickelt. Hierfür hat auch das Wachstum im Bereich Mobile Commerce beigetragen. Wish ist ein reiner Marktplatz, das heißt, dass das Unternehmen selbst keine eigenen Waren vertreibt, sondern nur die Plattform für die Händler zur Verfügung stellt.

Amazon rüstet sich gegen Discount-Apps

Um sich im Niedrigpreis-Segment gegen Discount-Apps wie Wish besser behaupten zu können, hat Amazon in den USA offenbar ein neues Feature namens "$10 & Under" gelauncht. Dort werden nur Artikel angeboten, die nicht mehr als zehn US-Dollar kosten, berichtet Techcrunch. Offiziell hat Amazon den Launch bisher aber noch nicht verkündet.
Amazons neues Feature "$10 & Under"
(Quelle: Screenshot/Amazon.com)



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