Paywall bei der Times verringert die Nutzerschaft 19.07.2010, 14:39 Uhr

Zahl der Onlineleser bricht um 66 Prozent ein

Das britische Nachrichtenmagazin "Times" führte im Mai eine Zwangsregistrierung für die Leser ein. Seit Juli müssen die User für das Angebot zahlen. Dies führte dazu, dass das Onlineportal rund zwei Drittel seiner Leserschaft einbüßte, dennoch hält News Corp an dem Bezahlmodell fest.
Paywall bei der Times verringert die Leserschaft
Der Medienkonzern News Corp bittet die Onlinleser der Times und Sunday Times seit Juli 2010 zur Kasse. Für einen Tageszugang müssen die User ein britisches Pfund (1,18 Euro) zahlen. Das Wochenabo kostet zwei britische Pfund (2,37 Euro). Bereits mit der Einführung einer zunächst noch kostenfreien Registrierung im Mai 2010 hatte die Times User verloren.
Nun zeigen erste Zahlen der Analysten von Experian Hitwise wie groß der Verlust tatsächlich ausgefallen ist. Insgesamt hätten sich 150.000 Nutzer in der kostenlosen Testphase angemeldet. Nur 15.000 konnten jedoch in zahlende Nutzer konvertiert werden. Davon nutzen jedoch nur 2.500 User das klassische Onlineportal. Das Gros der zahlenden Kunden sind dagegen die iPad-Nutzer.
Durch die Paywall verlor die Times deutlich an Marktanteil. Hatte das Portal vor dem Registrierungszwang noch einen Anteil von 4,37 Prozent, so fiel dieser auf 2,67 Prozent aktuell. Das entspricht einem Rückgang von 39 Prozent. Auch wenn aktuellen Umfragen zufolge die Mehrheit der Onlinenutzer nach wie vor nicht gewillt ist, für Inhalte zu zahlen, so will News Corp an der Paywall festhalten. Schließlich kalkulierte das Medienunternehmen ursprünglich einen Nutzerrückgang von bis zu 90 Prozent.
"Wir wollen unseren Lesern Inhalte anbieten, aber großartige Inhalte kosten. Wir glauben, dass wir dafür auch einen fairen Preis veranschlagen dürfen", erklärt der Verantwortliche Alex Hole, Commercial Director bei News International. Für Werbetreibende sind jedoch geringere Reichweiten weniger interessant. Die Times hatte zum Beginn ihrer Paid-Content-Offensive einige große Partner mit an Bord. Unklar ist jedoch, zu welchen Konditionen diese im Bezahlbereich werben.



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