Geschäftszahlen 2015 20.04.2016, 11:23 Uhr

Hermes: Umsatzplus von 11 Prozent, internationales Geschäft blüht

Die Versandtochter der Otto Group konnte 2015 erneut zweistellig wachsen und sich dabei weiter von der Mutter emanzipieren: 74 Prozent des Auftragsvolumens entfiel auf Kunden außerhalb der Otto-Gruppe.
Hanjo Schneider, Aufsichtsratsvorsitzender der Hermes Europe GmbH
(Quelle: Hermes-Group )
Der Logistik-Spezialist Hermes hat 2015 2,4 Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum verdankt die Otto-Tochter einmal mehr dem internationalen Online-Handel. Allein in Europa lieferten die Hermes-Gesellschaften rund 580 Millionen Pakete aus, elf Prozent mehr als im Vorjahr. "Damit haben wir uns im stark umkämpften B2C-Markt, den immer mehr Wettbewerber für sich erschließen wollen, sehr gut behauptet", so Hanjo Schneider, Aufsichtsratsvorsitzender der Hermes Europe GmbH. 74 Prozent der Aufträge kamen von Mandaten außerhalb der Otto-Gruppe - der Umsatz mit externen Kunden wuchs mit 16 Prozent stärker als der Gesamtumsatz.
In Deutschland konnte Hermes 2015 verstärkt KMU-Händler für seinen Logistikservice gewinnen. Dabei profitierte der Versender auch vom Poststreik im letzten Jahr. "Wir wurden im Nachgang von vielen Auftraggebern im kleinen und mittelständischen Bereich, die forciert eine Mehrdienstleisterstrategie aufbauen, weiterbeschäftigt", erklärte Schneider.

Noch kein Ausblick für 2016

Für 2016 steht für Hermes vor allem der weitere Ausbau des logistischen Netzwerks auf der Agenda, in das bis 2018 über 300 Millionen Euro investiert werden. 35 neue Logistikzentren sollen langfristig entstehen, das erste im Baden-Württembergischen Bad Rappenau ist derzeit im Bau. Außerdem will der Logistiker seine Start-up-Strategie vorantreiben: 2015 gründete Hermes den Internationalisierungsspezialisten BorderGuru und beteiligte sich am Same-Day-Delivery-Anbieter Liefery. Eine Prognose für 2016 will Hermes aber noch nicht abgeben. "Das neue Geschäftsjahr hat sehr ordentlich begonnen", so Schneider. "Aber eine Prognose will ich noch nicht wagen, zumal die politische Entwicklung weltweit in vielerlei Hinsicht besorgniserregend und dadurch wenig berechenbar ist."



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