Für geschäftliche Auftraggeber 26.02.2018, 12:00 Uhr

Hermes erhöht Versandpreise und führt Peak-Zuschlag ein

Hermes Deutschland passt zum 1. März die Versandpreise für geschäftliche Auftraggeber um durchschnittlich 4,5 Prozent an. Außerdem führt das Unternehmen für die Monate November und Dezember einen zusätzlichen Peak-Zuschlag pro Sendung ein.
Das Hermes Logistik-Center Graben bei Augsburg
(Quelle: Hermes )
Für geschäftliche Auftraggeber wird die Hermes-Logistik teurer: Das Unternehmen passt mit Wirkung zum 1. März die Versandpreise um durchschnittlich 4,5 Prozent an. Außerdem soll für das Weihnachtsgeschäft, die Monate November und Dezember, ein zusätzlicher Peak-Zuschlag pro Sendung eingeführt werden. Die Mehreinnahmen sollen den Paketboten zugutekommen, konkret würde in "Lohn- und Personalkosten auf der Letzten Meile investiert".
Der Hintergrund: Der Online-Handel boomt und bundesweit steigen die Versandmengen durch den E-Commerce. Was für die einen Grund zur Freude ist, bereitet den anderen Sorgen. Denn in der deutschen Paketbranche steigen die Kosten in der Paketlogistik und speziell auf der Letzten Meile seit Langem überproportional stark. Daneben wird es zunehmend schwieriger, ausreichend Mitarbeiter zu finden.
"Das hängt einerseits mit der allgemeinen demographischen Entwicklung in Deutschland zusammen. Andererseits aber muss auch der Job des Zustellers finanziell attraktiver werden, damit mögliche Engpässe gar nicht erst entstehen", meint Thomas Horst, Geschäftsführer Sales bei Hermes Germany. "Dafür bedarf es auskömmlicher Versandpreise. Die jetzige Preisrunde ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung", so Horst. Man könne die notwendigen Investitionen, insbesondere in Lohnkosten für die Zusteller, nur mit einer nachhaltigen Preisstruktur realistisch abbilden.
Der Privatpaketversand ist von der aktuellen Anpassung ausgenommen.

Lieferung nach Hause wird nicht abgeschafft

Daneben machte Hermes-Mann Thomas Horst deutlich, dass "die Haustürzustellung nach wie vor die bevorzugte Zustelllösung vieler Kunden und somit kein Auslaufmodell" ist. Im Vorfeld gab es Überlegungen, die Lieferung an Paketshops als Standard einzurichten und eine Haustürzustellung mit zusätzlichen Kosten zu belegen.
Man wolle aber künftig schon alternative Zustelloptionen so attraktiv wie möglich gestalten. "Auch digitale Lösungen werden für uns dabei immer wichtiger", so Horst. Denn "eine Lieferung an die Haustür macht keinen Sinn, wenn der Empfänger zuhause nicht anzutreffen ist. Und das ist immer öfter der Fall, eben weil viele Online-Shopper tagsüber arbeiten."

Zukunftspläne

In diesem Zusammenhang vergrößert Hermes bis 2020 sein Paketshop-Netzwerk in Deutschland von 15.000 auf 20.000 Annahmestellen. Die Zustellung von Sendungen ins Büro soll seit Anfang 2018 durch eine neue Kooperation mit dem Logistik-Start-up Pakadoo vereinfacht werden.
Bis 2020 baut Hermes insgesamt neun neue Logistik-Center im gesamten Bundesgebiet, um die Abwicklungskapazitäten deutlich zu erhöhen. Parallel werden in den nächsten zwei Jahren zunächst 1.500 elektrische Zustellfahrzeuge in Betrieb genommen. Ein weiterer Ausbau der E-Flotte bis 2025 ist geplant.



Das könnte Sie auch interessieren