Insolvenzverstrickung 23.08.2016, 11:11 Uhr

Wird die Unister-Insolvenz zum Problem für Hanse Merkur?

Das Versicherungsunternehmen Hanse Merkur soll der größte Kreditgeber Unisters gewesen sein. Offensichtlich hat sich der Versicherer satte Gewinne aus dem Vertrieb von Reiseversicherungen über die Unister-Portale versprochen.
(Quelle: Unister )
Der Versicherer Hanse Merkur soll einer der größten Kreditgeber des insolventen Unternehmens Unister sein, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Dabei fragt man sich, warum ein Versicherungsunternehmen ein Start-up aus der Online-Reisebranche mit frischem Kapital versorgt? Die Antwort ist denkbar einfach: Die Hanse Merkur war scharf darauf über die Reiseportale wie zum Beispiel fluege.de oder ab-in-den-urlaub.de Reiseversicherungen an den Mann zu bringen und damit eine Menge Geld zu machen.
Der Plan scheint nun allerdings nicht nur nicht aufzugehen, sondern die Unister-Insolvenz kann dem Versicherer ernsthaft in Schieflage bringen. Sowohl das Image als auch der Kontostand könnte durch die Unister-Verstrickung Schaden nehmen. Denn ob man die ausstehenden Kredite im Verlauf des Insolvenzverfahrens erstattet bekommt, ist derzeit mehr als fraglich.

Unister bereits 2013 in finanzieller Schieflage

Als der Versicherer 2013 erstmals in Unister investierte, befand sich das Unternehmen aller Wahrscheinlichkeit nach bereits in finanziellen Schwierigkeiten. Gestört hat die Hanse Merkur diese Tatsache offensichtlich nicht. Die potenziellen Gewinne aus dem Verkauf der margenreichen Reiserversicherungen über die Unister-Portale scheinen zu lukrativ gewesen zu sein.
Nachvollziehbar ist die Investition in jedem Fall nicht. Und das nicht nur aus heutiger Sicht. Bereits 2012 fanden bei Unister Razzien statt und führende Manager mussten in Untersuchungshaft. Bei den damaligen Ermittlungen ging es unter anderem auch um den unerlaubten Vertrieb von Versicherungen. Diese Tatsachen scheinen den Chef der Hanse Merkur, Eberhard Sautter, wohl nicht weiter beunruhigt oder gar von dem Geschäft abgehalten zu haben.
Es wird sich zeigen, ob und wenn ja mit welchen Blessuren die Hanse Merkur aus dieser Sache rausgehen wird. Stellung wollte der Versicherer zu der Angelegenheit nicht beziehen - zumindest bisher nicht.
Wie genau es mit Unister selbst weiter geht, ist ebenfalls noch nicht geklärt. Derzeit sollen rund 20 Investoren an dem insolventen Unternehmen interessiert sein - Kaufangebote werden erwartet.



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