E-Commerce-Plattform kwizzme.com startet 01.08.2012, 15:00 Uhr

Das Web als Wunschkonzert

Das Hamburger Start-up kwizzme.com stellt den E-Commerce-Markt auf den Kopf: Statt Kunden, die nach Angeboten von Händlern suchen, sollen Händler auf Gesuche von Kunden reagieren. Das nachfrageorientierte Modell will neue Perspektiven für den E-Commerce und den stationären Handel schaffen.
E-Commerce-Plattform kwizzme.com startet
Ausgangsbasis der am 1. August 2012 gestarteten branchenübergreifenden E-Commerce-Plattform ist das individuelle Gesuch des Käufers: "Kwizzme.com funktioniert wie ein schwarzes Brett", erklärt Gründer und CEO Torsten Ostmeier (Foto rechts). "Äußere ich einen Wunsch, erhalte ich persönliche Angebote. Biete ich etwas an, sehe ich die Wünsche, die zu meinem Angebot passen." 
Käufer sollen sich so die mitunter zeitaufwendige Suche nach dem besten Angebot im Web sparen. Es sei der "persönliche Leidensdruck" gewesen, der ihn dazu veranlasst habe, ein solches Portal zu gründen, sagt Ostmeier: "Ich wollte mit der Familie einen Urlaub an der Mecklenburger Ostseeküste machen, dabei hat sich die Suche nach einem passenden Angebot im Internet als ein sehr langwieriger und umständlicher Prozess erwiesen. Da habe ich mir gedacht: Wenn ich genau weiß, was ich suche, kann ich das ja auch veröffentlichen."
Der Vorteil des Portals sei eine kombinierte Suche. So könne ein Käufer beispielsweise beim Kauf einer Waschmaschine nicht nur nach Preis und Leistung entscheiden, sondern auch weitere Anforderungen wie die Lieferung in den dritten Stock, die Installationsleistung oder die Entsorgung des Altgeräts definieren. Dazu formuliert der Kunde seinen individuellen Wunsch als "Kwizz". Alle Anbieter, gewerblich oder privat, die das Produkt zu den gewünschten Konditionen liefern können, würden dann den "Kwizz" erhalten und könnten darauf unmittelbar reagieren.
"Man findet bislang nur Dinge, die andere vorher publiziert haben. Wenn man aber selbst ein Gesuch aufgibt, erhöht man den Kreis derjenigen, die einem ein passendes Angebot machen können um ein X-Faches", meint Ostmeier. Auch für Händler ergebe sich dadurch ein Mehrwert, da sie ohne Marketingaufwand passende Kunden finden und mit diesen in direkten Kontakt treten könnten. Verhandlung und Abschluss sollen direkt zwischen Kunden und Lieferanten erfolgen.
Vor allem regionale Händler und Dienstleister sollen profitieren
Von der Möglichkeit, Wettbewerbsvorteile wie Beratungs- und Servicekompetenz von Anfang an einzubringen, sollen vor allem regionale Händler und Dienstleister profitieren, die im Online-Preiswettbewerb mit Anbietern wie Amazon kaum konkurrieren könnten. Ostmeier sieht sein Angebot nicht als Konkurrenz für andere Händler, Portale und Foren, sondern als zusätzliche Erlösmöglichkeit. Kunden sollen zudem auf einen eigens entwickelten "Want"-Button klicken können, wenn sie etwas gesehen haben, das ihnen gefällt. Unter anderem durch die Verschlagwortung von Produkten entstehe so die Möglichkeit, direkt aus Webseiten Umsätze zu generieren. Das könne auch für Portale wie Facebook interessant sein.
Kwizzme wurde im November 2011 in Hamburg gegründet. Das Team besteht derzeit aus 14 Mitarbeitern. Die Finanzierung erfolgte bislang aus Eigenmitteln. In der Startphase soll die Nutzung der Plattform kostenlos sein, später soll sie über erfolgsabhängige Provisionen für Anbieter finanziert werden. 



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