Vorbild Amazon Prime 23.03.2012, 14:45 Uhr

Mit Versandkostenflatrate den Umsatz steigern

Der Erfolg von Amazon Prime ruft Webshop-Anbieter auf den Plan. Lohnt sich eine Versandkostenflat auch im eigenen Shop? eResult-Managerin Anja Weitemeyer meint ja - und hat einige interessante Überlegungen zum Thema angestellt.
Schon vor einiger Zeit führte die INTERNET WORLD Business gemeinsam mit dem eResult Omnibus eine Umfrage zur Nutzung der Versandkostenflatrate Amazon Prime durch (siehe Ausgabe 03/2012 Titelund Seite 3). Zur Erinnerung: Die Umfrage kam zum Ergebnis, dass das Angebot bei rund 10 Prozent der Online-Shopper das Angebot nutzen. 77,6 Prozent davon gaben an, Amazon gegenüber anderen Shops zu bevorzugen. 46,6 Prozent kauften außerdem generell mehr ein, 19 Prozent verglichen in der Folge die Preise weniger intensiv und - einzige negative Auswirkung - 5,2 Prozent der Prime-Nutzer bestellten Waren häufig in verschiedenen Varianten, um zu Hause die geeignetste auszusuchen (Auswahlbestellung). Unterm Strich kann eine Versandkosten-Flat den Umsatz sehr positiv beeinflussen.
Allerdings lohnt sich das Modell nicht für jeden Shop. Anja Weitemeyer, Managing Partner & Senior UX-Consultant bei eResult, hat die in ihrem Blogbeitrag "Kundenbindung in Online-Shops – zieht die Versandkostenflatrate?" noch einmal hervorgeholt, und überlegt, für welchen Shop sich eine Flat lohnt. Ergebnis des lesenswerten Beitrags:
Handelt der Shop mit Spezialprodukten, die einmal jährlich oder noch seltener gekauft werden, so wird eine Versandkostenflatrate niemanden locken. Ein Blick in Ihre Kundendaten schafft Gewissheit über die Bestellfrequenz.
Finden die Käufe regelmäßiger statt, so ist zu überlegen, ob eine Flatrate die Kauf-Frequenz steigern kann oder ob bei kostenlosem Versand weitere Sortimente in den Fokus des Nutzern geraten können.
Sind die Produkte des Shops austauschbar und noch bei vielen weiteren Shops zu einem ähnlichen Preis erhältlich, dann kann eine Versandkostenflatrate dazu führen, dass der Shop "Top of Mind" steht und generell für Einkäufe genutzt wird.
Amazon bietet mit Prime nicht nur eine Flatrate, sondern zusätzlich auch noch eine Express-Lieferung - doch nicht jeder Shop kann dieses bieten. Es muss daher - am besten im Rahmen einer Kundenbefragung - geprüft werden, ob die Flatrate tatsächlich als alleiniges Argument ausreicht.



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