Mobile Zahlungssysteme 21.01.2013, 12:33 Uhr

Telefongesellschaften im Vorteil

Die Kreditkartengesellschaft Visa prognostiziert, dass im Jahr 2020 rund 15 Prozent seiner Transaktionen per Smartphone getätigt werden. Mobile Payment ist deshalb ein wichtiger Geschäftsbereich der Zukunft - für Telefonunternehmen und Zahlungsdienstleister gleichermaßen. Doch wer hat die besseren Chancen?
"Über Jahre war das Telefonieren unser Hauptgeschäft, doch das wird bald vorbei sein. Bald sind Daten das Business der Telefongesellschaften", sagt René Schuster von der Telefongesellschaft Telefonica auf der DLD Conference in München. "Die Chancen des mobilen Bezahlens sind enorm. Da wir noch in einer frühen Marktphase sind, brauchen wir so viel Wettbewerb wie möglich, damit das Thema in den Köpfen der Menschen verankert wird."
Der Trend zum Smartphone ist ein wichtiger Faktor bei der Verbreitung des Bezahlen unterwegs: "Mobile Geräte haben ein wichtiges Lifestyle-Element", sagt Markus Braun vom Zahlungssystem-Anbieter Wirecard. "Für junge Menschen wird es künftig ebenfalls ein Lifestyle-Element sein, dass ihre Geldbörse dort ebenfalls integriert ist." Dazu kämen die technischen Entwicklungen, die mobiles Bezahlen möglich machten. 
Die Unterschiede zwischen den entwickelten Märkten und den Schwellenländern sind enorm. In westliche Gesellschaften ist Payment per Handy Braun zufolge nur ein Zusatzgeschäft, in Entwicklungsländern oft die einzige Lösung, um Geld zu überweisen. Auf den praktischen Nutzen legt auch David Marcus von eBays Online-Bezahlsystem Paypal Wert: "Beim mobilen Bezahlen geht es in erster Linie darum, existierende Probleme der Menschen zu lösen." Schließlich interessiere sich der Kunde nicht für die Technik als solche, sondern dafür, wie diese sein Leben vereinfachen könne.
Doch wer hat in dem neuen Markt die Nase vorn - Telefonfirmen oder Paymentanbieter? "Telefonunternehmen haben in Europa einen Wettbewerbsvorteil", glaubt Braun. "Sie haben die Sim-Karten, die für Transaktionen über Near-Field-Technologie unverzichtbar sind." Marcus widerspricht: "Was Innovationen in der entwickelten Welt angeht, gerade für kleine Unternehmen, liegen Zahlunsganbieter vor."
Kleine Transaktionen, die bisher bar getätigt werden, aufs Handy zu bringen, ist ein erster Schritt, der allen Marktteilnehmern helfe, sind sich die Diskussionsteilnehmer einig. Den Rest besorgt die Zeit, glaubt Schuster: "Kinder, die heute geboren werden, werden in 20 Jahren keine Geldbörse mehr besitzen."



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