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Zlio schließt die Tore 26.08.2011, 13:53 Uhr

"Schuld am Exodus ist Google und eine SEO-Agentur"

Das US-Startup Zlio galt einst als Paradebeispiel für Social Commerce. Doch von 11. September 2011 an müssen die von Endanwendern betriebenen Shops geschlossen werden.
Zlio schließt die Tore
"Unser Wachstum wurde am 27. September 2007 unterbrochen, als die meisten Zlio-Shops, die normalerweise bei Google sehr gut gelistet wurden, im Ranking dramatisch nach unten plumpsten", schreibt das Unternehmen in einer E-Mail an seine Mitglieder. "Das kostete uns rund 65 Prozent unseres Traffics, den wir trotz all unserer Bemühungen und den insgesamt 380.000 Shops, die über Zlio bis heute gelauncht wurden, nicht wieder gutmachen konnten.
Allerdings gestehen die Zlio-Macher auch Fehler im Business-Modell ein: "Als wir Zlio gründeten, dachten wir, dass die Zlio-Mitglieder ihre Shops in ihrem Bekanntenkreis promoten würden. Wir gingen nicht davon aus, dass unsere Abhängigkeit von Google so groß sein würde. Wie sich herausgestellt hat, war das falsch."
Darüber hinaus verließ sich das Zlio-Management offenbar auf die falschen Dienstleister. "Wir heuerten die SEO-Agentur Referencement an, die das Problem beheben sollte, gerieten aber aufgrund ihrer miserablen Leistungen in Streit mit ihnen und endeten vor Gericht. Die Richter entschieden am 26. Juli 2011, dass wir für ihre Leistungen bezahlen müssen - inklusive einer Schadensersatzzahlung dafür, dass wir unsere Meinung über Referencement öffentlich über Twitter kommunizierten."
Dieses Urteil bedeute für Zlio das aus: "Zlio schreibt seit Jahren rote Zahlen, weswegen wir unsere Belegschaft nach und nach reduzierten, und die Summe, zu der wir heute verurteilt wurden, bedeutet, dass wir unseren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können."
Social-Commerce-Experte Jochen Krisch sieht die Krise bei Zlio aber auch als hausgemacht an. Der Anfang vom Ende sei gewesen, bei Zlio Premium-Accounts einzuführen und nicht nur über Provisionen, sondern auch über Gebühren Geld zu verdienen: "Freemium-Modelle eignen sich in bestimmten (Ausnahme-)Fällen (wie Flickr, Xing, etc.), sehr gut, um das eigene Angebot zu monetarisieren. In den meisten Fällen stehen die zu erwartenden Premium-Erlöse allerdings in keinem Verhältnis zu den Wachstumseinbrüchen, die so ein Schritt nach sich zieht", lautete sein Fazit bereits 2009.



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