bvh-Studie: Interaktiver Handel 2012 12.02.2013, 17:56 Uhr

Online-Pure-Player beleben das Geschäft

27 Milliarden Euro Umsatz haben deutsche Online-Shops laut aktueller Zahlen des Branchenverbands bvh 2012 erzielt. Für 2013 prognostizieren die Experten ein weiteres Umsatzplus von 21,3 Prozent. Damit dürfen sich die deutschen Online-Händler in diesem Jahr auf Gesamtumsätze in Höhe von 33,5 Milliarden Euro freuen.
Der gesamte deutsche Versandhandel ist im Jahr 2012 um 15,3 Prozent auf 39,3 Milliarden Euro gewachsen und hat damit eine Wachstumsrate erzielt, wie sie seit Einführung der Studie nicht erreicht wurde. Der E-Commerce-Anteil hat dabei erstmals die 27-Milliarden-Euro-Grenze übersprungen.
Für den klassischen Versandhandel ist dies jedoch kein Grund zur Freude, konnte er doch kaum vom Umsatzboom profitieren. Zwar stiegen auch in diesem Segment die E-Commerce-Umsätze, dem Wachstum von 1,5 Milliarden Euro gegenüber 2011 stand jedoch ein Minus von 0,6 Milliarden Euro im klassischen Kataloggeschäft gegenüber, zeigt einmal mehr Exciting-Commerce-Blogger Jochen Krisch in seiner jährlichen Fortschreibung der Marktentwicklung des deutschen Versandhandels, die auf den bvh-Zahlen basiert. Unterm Strich blieb dem klassischen Versandhandel ein kleines Plus von 900 Millionen Euro (6 Prozent) - weit vom Marktwachstum entfernt.
Schwung in den Versandhandel bringen stattdessen die Internet-Pure-Player (darunter auch eBay-Powerseller und Teleshopping-Anbieter), die ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr drastisch um 28 Prozent von 12,1 auf 15,5 Milliarden Euro steigerten. "Neben großen namhaften Playern, die einen oder gar mehrere Kanäle bedienen, streben auch immer mehr kleine Versender aus dem eBay-Power-Seller-Milieu nach Erfolg und Wachstum", konstatiert bvh-Präsident und Globetrotter-Chef Thomas Lipke bei der Präsentation der Zahlen in Hamburg. Kritisch wird dabei allerdings der wachsende Preiskampf gesehen, den viele Anbieter auf Dauer wohl nicht mehr durchhalten können. 
Für das aktuelle Jahr prognostiziert der bvh ein Umsatzplus von 21,3 Prozent auf 33,5 Milliarden Euro, der gesamte interaktive Handel soll auf 43,5 Milliarden Euro wachsen. Traditionell wird diese Schätzung zum Jahresende nach oben korrigiert. So bezifferte der Verband Anfang 2012 die zu erwartenden E-Commerce-Umsätze auf 25,3 Milliarden Euro. Am Ende lag der Markt bei über 27 Milliarden.


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