sheego testet Stationärgeschäft 05.06.2013, 13:59 Uhr

"Ein Online-Kauf ersetzt das Einkauferlebnis nicht"

sheego startet in den stationären Handel. Ab August will der Große-Größen-Versender Shop-in-Shop-Flächen in drei Filialen des Modehauses Jost eröffnen. Klappt der Testlauf, soll das Stationärgeschäft schnell ausgebaut werden. INTERNET WORLD Business sprach mit Geschäftsführerin Sabine Tietz über den Ausflug in die Fläche.
sheego testet Stationärgeschäft
Frau Tietz, Warum braucht sheego stationäre Flächen?  
Sabine Tietz: Es ist unser erklärtes strategisches Ziel, sheego zur Herstellermarke und zu einem echten Multichannel-Anbieter zu entwickeln. Wir wollen mit einem Stationäransatz die Marke sheego erlebbar machen. Auch wenn für das Jahr 2020 20 Prozent und 2025 sogar 25 bis 30 Prozent Onlineanteil erwartet wird (die Realität könnte noch höher sein), werden dann im stationären Einzelhandel immer noch 75 bis 80 Prozent des Umsatzes erzielt. Von diesem Kuchen möchten wir uns auch ein Stück sichern.
Aber allerortens wird doch über Verluste im Stationär-Geschäft gejammert...
Tietz: Bevor wir an eigene Filialen denken, steigen wir behutsam und testweise in das Shop-in-Shop-Modell ein. Auch wenn die stationären Einzelhandelsflächen bei isolierter Betrachtung schwächeln, werden sie auch in Zukunft für den Kunden eine ganz zentrale Rolle spielen. Von den bisherigen, isolierten Betrachtungsweisen einzelner Vertriebswege wird man sich in Zukunft verabschieden müssen. Die Kundin will Multichannel, sie will die Marke erleben. Ein Online-Kauf alleine kann das echte Einkaufserlebnis einer Modemarke nicht ersetzen. Stationär haben wir eine zusätzliche Möglichkeit, unsere Markenwerte zu transportieren und erlebbar zu machen. Wir werden unserer Kundin alle Einkaufsmöglichkeiten bieten, online, mobil, stationär.
Berechnen Sie den Erfolg des Stationär-Projekts getrennt von den Erlösen des Online-Shops? Oder wären Sie auch mit einem Showrooming-Effekt zufrieden, solange die Kundschaft später bei Ihnen im Online-Shop einkauft?
Tietz: Jeder neue Vertriebsweg muss seinen Beitrag zur Markenwahrnehmung und zur Umsatzsteigerung leisten. Mit einem Showrooming-Effekt alleine wären wir also nicht zufrieden. Natürlich werden wir Cross-Selling-Effekte genau beobachten und analysieren. Eines ist ganz klar: Die klassischen, ausschließlich isolierten Betrachtungsweisen einzelner Vertriebskanäle greifen hier zu kurz.
Die Shop-in-Shops sollen multichannel-fähig werden. Was bedeutet das für die Kunden genau?
Tietz: Eigene Shops werden wir erst nach erfolgreichen Test-Ergebnissen aufbauen. Dabei ist es unser Ziel, diese multichannel-fähig zu machen. Hier sind für die Zukunft unterschiedliche Modelle denkbar. Beispielsweise eine Online-Bestellung auf sheego.de mit Lieferung in den Shop bei Bezahlung über das Online-Kundenkonto oder eine Kundenkarte. Auch der Umtausch von online bestellter Ware im Shop könnte ein solches Serviceangebot sein. Zusätzlich können wir über Direktmarketing-Aktionen in Print und Online Frequenz für die Shops erzeugen.



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