Groupon schließt Marketing-Abteilung in Berlin 17.05.2013, 11:20 Uhr

"Mitarbeiterzahl bleibt konstant"

Bye-bye Berlin? Auf keinen Fall, sagt das Schnäppchenportal Groupon. Zwar werde die Marketingabteilung nach Dublin und Zürich verlagert, der Standort in der deutschen Hauptstadt bleibt jedoch erhalten. Dort sollen 50 neue Stellen im Vertrieb geschaffen werden.
Groupon schließt Marketing-Abteilung in Berlin
Findet den Standort Berlin "inspirierend": Hutzschenreuter
Keine Schließung, nur eine Verlagerung. Das ist die Reaktion von Groupon Deutschland auf einen Bericht von Gründerszene, in dem von bis zu hundert Entlassungen am Berliner Standort die Rede war. Fest steht: Das Marketing des Couponingportals wird künftig von Dublin und Zürich aus betreut, deutschen Mitarbeitern aus diesem Bereich wurde angeboten, nach Irland zu wechseln.
In Berlin wird dafür der Bereich Programmierung gestärkt, Stellen aus anderen Ländern sollen dorthin verlagert werden. "Berlin steht für uns darüber hinaus unumstößlich als eines unserer globalen Kompetenzzentren für die Bereiche IT und Produkt fest", erklärte Deutschland-Chef Jens Hutzschenreuter gegenüber der INTERNET WORLD Business. "Wir erwarten schon allein deshalb insgesamt bei der Zahl der Mitarbeiter keine großen Veränderungen nach unten." Schließlich sei von der Umstrukturierung im Marketing nur ein "äußerst geringer Anteil der Belegschaft" betroffen.
Von Berlin aus werden weiterhin die Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz geleitet. Zudem sucht das Unternehmen bis zu 50 Mitarbeiter im Vertrieb.
Portal schwächelt international
Der Hintergrund der Umstrukturierung: Groupon kommt in den USA deutlich besser an als im Ausland. Während der US-Umsatz im ersten Quartal 2013 um 42 Prozent auf 339,6 Millionen US-Dollar stieg, sank er im internationalen Geschäft um 18 Prozent auf 261,8 Millionen US-Dollar. Und nicht nur das: Die Zahl der aktiven Kunden, die in den vergangenen zwölf Monaten bei Groupon bestellt haben, wuchs zwar weltweit um 13 Prozent auf 41,7 Millionen Menschen an, verringerte sich jedoch international um sieben Prozent auf 23,5 Millionen.
Mit der Suche nach einem neuen CEO hat es das Unternehmen nicht eilig. Der Nachfolger für den geschassten Andrew Mason soll seinen Job erst im kommenden Jahr antreten. Die Geschäfte führen Verwaltungsratschef Eric Lefkofsky und sein Stellvertreter Ted Leonsis. Mitbegründer und CEO Andrew Mason war im März 2013 wegen Erfolglosigkeit entlassen worden. Dieser hatte seinen Abschied mit deutlichen Worten kommentiert: "Ich wurde gefeuert", schrieb Mason an die Mitarbeiter. "Falls ihr euch wundert warum, habt ihr nicht aufgepasst." Unterdessen hat er eine neue Aufgabe gefunden: Techcrunch zufolge hat er ein Album mit motivierender Business-Musik aufgenommen.



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