Deutschland-Chef Kirsch zur E-Commerce-Strategie 31.01.2014, 13:30 Uhr

Media-Saturn setzt auf Same-Day-Delivery

Media-Saturn will seinen Kunden online bestellte Ware künftig innerhalb von zwei Stunden liefern. Die Gespräche dazu laufen bereits, bestätigte Deutschland-Chef Wolfgang Kirsch. Zudem wird der Metro-Konzern zum E-Commerce-Investor.
Saturn Jahresstart-Aktion
MyTaxi hatte es schon Anfang der Woche fröhlich ausgeplaudert: MediaMarkt sowie Saturn und die App MyTaxi lassen ab morgen Ware bundesweit per Taxi ausliefern. Der Service soll die Händler nicht mehr kosten als Expressdienste wie UPS oder DHL, jedoch schneller sein.
Der Deutschland-Chef von Media-Saturn hat bestätigt, dass sein Unternehmen die Lieferung am selben Tag bundesweit einführen will - allerdings mit mehreren Partnern. "In München testen vier Saturn-Märkte parallel ein ähnliches Konzept mit Tiramizoo", so Wolfgang Kirsch gegenüber dem Donaukurier, der ebenfalls in Ingolstadt zu Hause ist. "Zudem laufen Gespräche, um künftig deutschlandweit eine Lieferung am selben Tag, die auch über die Online-Shops funktioniert, anbieten zu können. Wir wissen, dass das von unseren Kunden stark nachgefragt wird, und deswegen steht dieses Thema auf unserer Agenda ganz weit oben."
Als Vorteil sieht der Manager die geografische Nähe zum Kunden durch die Filialen: "Wir haben derzeit 420 Märkte und damit 420 Regionallager - die sind nah am Kunden. In Kürze möchten wir daher realisieren, dass der Kunde über den Online-Shop nachschauen kann, welches Gerät man ihm innerhalb von zwei Stunden nach Hause liefern kann - etwa wenn der Kühlschrank kaputt ist. Dann braucht man ja schnell Ersatz." Im Moment bieten MediaMarkt und Saturn jeweils rund 30.000 Artikel im Online-Shop an, diese Zahl soll auf rund 100.000 wachsen und damit dem Sortiment einer Filiale entsprechen.
Den späten Einstieg in den E-Commerce, der erst 2011 erfolgte, sieht Kirsch auch positiv: "Oft mussten wir hören, wir hätten den Einstieg verschlafen. Ich sage: Wir waren vielleicht ein bisschen spät dran, doch das hat uns auch viel genutzt - weil wir viel gelernt haben", so der Chef des Elektronik-Handels. "Wir haben tolle Wachstumsraten bei Multichannel - noch auf einer relativ geringen Basis. Wir sehen, dass der Kunde mag, was wir ihm hier bieten. Aber wir sind lange noch nicht da, wo wir hinwollen." Interessant sei, wie der Kunde über alle Kanäle hinweg agiere und zum Beispiel einen Online-Kauf abbreche, um das Produkt im Laden sofort mitzunehmen.
Durch reine Online-Händler sieht Kirsch sein Geschäft nicht bedroht: "Im Bereich Elektronik sind wir laut Schätzungen vier- bis fünfmal so groß wie Amazon. Und: Im Gegensatz zu Amazon verdienen wir Geld."
Amazon hat heute seinen Finanzbericht vorgelegt und dank des lukrativen Weihnachtsgeschäfts im vierten Quartal 2013 noch einmal deutlich zugelegt: Der Umsatz stieg um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 25,6 Milliarden US-Dollar, den Gewinn konnte Amazon sogar mehr als verdoppeln.
Die Metro-Tochter Media-Saturn Holding (MSH) hat im vierten Quartal 2013 hingegen das Vorjahresniveau gehalten. Der Umsatz von 6,6 Milliarden Euro weltweit lag 0,7 Prozent unter dem des Vorjahres. Die im E-Commerce erzielten Erlöse stiegen hingegen um mehr als 40 Prozent.
Die Metro will künftig zunehmend in den E-Commmerce investieren und hat dazu die Metro Innovations Holding gegründet. Zweck der Gesellschaft ist der Erwerb, das Halten, die Verwaltung, die Entwicklung und Veräußerung von Beteiligungen an technologie- und E-Commerce orientierten Unternehmen sowie Wachstumsunternehmen mit Bezug zum Handel, zitiert die Textilwirtschaft aus dem Handelsregister. Eine Beteiligung steht bereits fest: Metro Innovations steigt beim niederländischen Online-Händler Ibood ein, der Flash-Sales für Elektronikartikel veranstaltet.



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