Neocom 2012 26.09.2012, 13:52 Uhr

Katalogversender suchen die Zukunft

Die Neocom 2012 ist eröffnet: Thomas Lipke, Präsident Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh), sprach in seiner Eröffnungsrede über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen des interaktiven Handels und gab das Motto des diesjährigen Branchenevents in Wiesbaden vor: "Interaktiver, internationaler, informativer".
Neocom 2012
BVH-Präsident Thomas Lipke eröffnete die Neocom 2012 in Wiesbaden
Aus "Versandhandelskongress" wird "Neocom": Unter neuem Namen und mit neuem Konzept versucht das ehemalige "Klassentreffen der Katalogversender" den Anschluss an die Gegenwart zu finden. Der Name soll irgendwie nach Zukunft klingen, ohne das böse "E-"Wort in den Mund zu nehmen. Denn: E-Commerce machen auf der Neocom zwar irgendwie alle, das Thema ist den meisten Kongress- und Messebesuchern aber immer noch merkwürdig fremd. E-Commerce - das sind die anderen.
Diese Gemengelage hat die Veranstaltung in eine tiefe Spaltung getrieben. So will der Bundesverband des Versandhandels (BVH), der bisland als ideeller Träger auftrat, im kommenden Jahr eigene Kongresse durchführen. Die Neocom soll unter Leitung der bisherigen Partner FID Verlag ("Der Versandhausberater") und Management Forum (Verlagsgruppe Handelsblatt) weitergeführt werden.
BVH-Präsident Thomas Lipke eröffnete daher die Neocom zugleich zum ersten und letzen Mal und betonte dabei die zunehmende Verschiebung der Versandhandelsumsätze in Richtung Online: Im zweiten Quartal 2012 liege der Onlineanteil bei 72,3 Prozent (6,6 Milliarden Euro) der Gesamtumsätze. Das Thema "Katalog" verliere dagegen stark an Bedeutung: Die abschaubare Veränderung sei für einige Händler "in der Geschwindigkeit dann doch überraschend gekommen", insbesondere wenn die Entwicklung im laufenden Jahr betrachtet werde.  
Das mobile Internet trage zu einer starken Vernetzung der Kanäle Online und Stationär bei. Hier seien die klassischen Multichannel-Anbieter mit ihrem breiten Portfolio auf der Vertriebsseite klar im Vorteil, "weil sie das Thema E-Commerce gut beherrschen". Eine Abgrenzung der Kanäle werde immer schwieriger, was zu einem Verschwinden der Pure Player beitrage. 
Derzeit würden preisgetriebene Geschäftsmodelle den E-Commerce dominieren, was auf Dauer schlecht für die Kreativität sei: "Wir brauchen neue Ideen", fordert Lipke. Den amerikanischen Visionär Richard Buckminster Fuller zitierend beendete Lipke seinen Vortrag mit einem Appell an die Branche: "Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft."



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