Mobile Kreditkartenabrechnung 30.10.2012, 15:37 Uhr

iZettle-Start in Deutschland

iZettle ist der größte Rivale des US-Dienstes Square, war aber bislang - genau wie das US-Original - nicht in Deutschland aktiv. Das ändert sich nun: Ab November rechnet iZettle Kreditkarten- und Mastercard-Zahlungen auch hierzulande ab. Nun wird mit Spannung der Markteintritt der Amerikaner erwartet.
iZettle, schwedischer Anbieter von einer Lösung zur mobilen Kreditkartenabrechnung, startet nun auch in Deutschland: Über ausgesuchte Geschäftsstellen der Volks- und Raiffeisenbanken will das Unternehmen ab November 25.000 kostenlose Chipkartenleser an Kleingewerbetreibende, Handwerker und mobile Dienstleister verteilen. iZettle setzt dabei vom Start weg auf eine sichere Chipkartenlösung, die nach dem Payment Card Industry Data Security Standard (PCI-DSS) zertifiziert ist. Derzeit lassen sich damit Mastercard, American Express und Lastschriften über die EC-Karte abrechnen. Theoretisch wäre mit dem Gerät auch eine Abrechnung von Visa-Karten möglich, iZettle ist mit diesem Unternehmen aber derzeit noch "in Gesprächen", wie es hieß.
Viele konkurrierende Anbieter haben lediglich Lesegeräte für Magnetstreifen im Programm und dürfen daher aus Sicherheitsgründen Visa in Europa nicht abrechnen. Lediglich Konkurrent Payleven verfügt in Deutschland über ähnlich aufwändige Kartenleser und als derzeit einziger Anbieter über die Möglichkeit, Visa-Konten zu belasten.
Die iZettle-Lesegeräte funktionieren nur an iOS-Geräten und verwenden den 30-poligen-Dockanschluss von Apple. Am neuen iPhone 5 lassen sie sich daher nicht ohne Adapter betreiben. Ein Lesegerät, das über die Audiobuchse von Android- und iOS-Geräten betrieben werden kann, hat der Hersteller bereits vorgestellt, es ist in Deutschland aber noch nicht erhältlich.
Das Unternehmen iZettle ist im skandinavischem Raum schon seit einiger Zeit aktiv und der größte Rivale des US-Dienstes Square. iZettle ermöglicht es kleinen Händlern, Kreditkartenzahlungen zu einem festen Provisionssatz von 2,75 Prozent des Umsatzes abzuwickeln. Dazu werden deren Smartphones kostenlos mit den kleinen Kartenlesern ausgestattet und so zu mobilen Kartenterminals umfunktioniert.
iZettle will nun von Berlin aus mit einem zehn Personen starken Deutschland-Team schnell expandieren. Als Partner wickelt der Dienstleister Montrada die Buchungen ab. Dabei handelt es sich um ein Tochterunternehmen unter anderem der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank, die hinter den hiesigen Volks-, Raiffeisen- und Sparda-Banken steht. Die Datenübermittlung erfolgt über die Deutsche Telekom. Anders als in anderen europäischen Ländern tritt iZettle in Deutschland allerdings schon beinahe als Spätstarter an. Im Sommer dieses Jahres sind bereits die Copycats Payleven, SumUp und Streetpay hierzulande gelauncht worden.
Update: In einer ursprünglichen Fassung des Artikels hieß es, iZettle würde in Deutschland auch Visa-Karten abrechnen. Dies ist allerdings nicht richtig. Das in Deutschland verwendete Lesegerät ist zwar von Visa zertifiziert, Visa-Zahlungen werden von iZettle zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht durchgeführt.



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