Media-Saturn startet saturn.de 10.10.2011, 11:04 Uhr

Gleiche Preise im Onlineshop und im Laden

Kaum eine Planungsphase hat so lange gedauert wie die von Media-Saturn. Seit Jahren will das Unternehmen parallel zu seinen Elektronikmärkten Media-Markt und Saturn in den E-Commerce einsteigen. Jetzt ist es endlich soweit: Der Onlineshop auf saturn.de nimmt den Betrieb auf.
Media-Saturn startet saturn.de
Lange hatte der Konzern den Einstieg in den E-Commerce angekündigt, jetzt lüftet Media-Saturn den Vorhang für seinen Webshop. Der schlichte Shop passt sich ins Seitendesign von saturn.de nahtlos ein und wirkt recht altbacken. Über die Suche oder die lahme Navigationsleiste findet der Nutzer zu den Produkten. Bisher hat Saturn nur eine recht kleine Auswahl seiner Topseller im Onlineangebot, darunter Fernseher, Computer, Handys, Kameras, Filme, Spiele, aber auch Wasch- und Spülmaschinen sowie Herde. Das Sortiment im Onlineshop soll aber künftig erweitert werden, um mittel- und langfristig sehr viel breiter als das in den Märkten zu sein.
Das Geschäft der Märkte will Saturn mit dem Onlineshop nicht torpedieren. So werden sämtliche Produkte on- wie offline zum gleichen Preis angeboten. Auf diese Weise beugt sich Media-Saturn dem Druck durch Onlinehändler, denn um konkurrenzfähig zu sein, muss sich Saturn an den Preisen anderer Onlinehändler orientieren. Tiefstpreisgarantien gibt es jedoch keine. Das Unternehmen werde sich an den für die jeweilige Produktgruppe relevanten Mitbewerbern im Onlinegeschäft orientieren, heißt es in einer offiziellen Erklärung.
"Der Kunde ist heute zunehmend multioptional, das heißt, er möchte die Wahl haben, ob er online oder offline kauft und gegebenenfalls die Vorteile beider Kanäle nutzt", sagt Pieter August Haas, COO der Media-Saturn-Holding. Kunden können die Waren online kaufen und im nächsten Markt abholen - oder gegen Versandkosten nach Hause liefern lassen. Für Reklamationen, Serviceleistungen und die Beratung sollen die Kunden auf die Kompetenz in den Läden zurückgreifen können. Im Gegenzug sollen die Märkte durch eine Gewinnbeteiligung vom neuen Multichannel-Konzept profitieren.
Metro-Chef Cordes geht
Inzwischen hat der Chef der Metro-Gruppe, zu der neben Media-Saturn die Unternehmen Kaufhof, real und Metro gehören, Eckhard Cordes erklärt, dass er für eine Verlängerung seines noch bis 2012 laufenden Vertragen nicht mehr zur Verfügung steht. Er war in die Kritik geraten, weil er den angestrebten Verkauf von Kaufhof und real nicht forciert hatte. Außerdem machten ihm die juristischen Streitigkeiten mit den Minderheitsgesellschaften der Media-Saturn-Gruppe zu schaffen. Diese hätten seiner Ansicht nach die Neuausrichtung der Elektronikmärkte durch ihr Vetorecht verzögert. Trotz der Rückendeckung der Großaktionäre fehle ihm die nötige Vertrauensbasis für eine Verlängerung der Zusammenarbeit, erklärte Cordes.
Aus Unternehmenskreisen heißt es, Cordes werde seinen Vertrag noch bis 31. Oktober 2012 erfüllen, bis die Nachfolge geklärt und eine geordnete Übergabe vollzogen sei. Insider erklärten jedoch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass Cordes schon zum Jahresende 2011 ausscheiden werde. Demnach könnte auf der nächsten Aufsichtsratssitzung im November beispielsweise Finanzchef Olaf Koch übergangsweise die Funktion des Vorstandsvorsitzenden übernehmen.



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