Studie zur Zukunft des E-Commerce 17.05.2011, 17:00 Uhr

Empfehlen und spielen

Wie werden die Menschen künftig einkaufen? Welche Rolle spielt Social Commerce? Wie gelingt das Zusammenspiel zwischen E-Commerce und stationärem Handel? Eine Untersuchung dazu hat Interone auf der next11 vorgestellt.
Studie zur Zukunft des E-Commerce (Foto: istock/kali9)
Im Rahmen der vergleichenden Käuferstudie "Future Commerce" hat Interone 2.500 Konsumenten zu ihrem Einkaufsverhalten befragt und untersucht, wie moderne Konsumenten in den Bereichen Lebensmittel, Kleidung, elektronische Geräte, Baumarktartikel und Telekommunikations-Dienstleistungen kaufen. Die Untersuchung prognostiziert drei Trends:
Social Commerce: Freunde zu Verkäufern
Marken und Händler beginnen, Social Media in den Verkaufsprozess einzuweben. Facebook, Twitter und Co werden zukünftig nicht nur Kommunikations-, sondern auch Verkaufskanäle sein. Zukünftig werden Händler Freunde und Bekannte zu Affiliates machen, um dem wachsenden Bedürfnis der Konsumenten nach persönlicher Beratung und Orientierung gerecht zu werden. Dadurch gewinnen sie an Qualität und Flexibilität. Sie können das Einkaufserlebnis personalisieren, relevantere Angebote unterbreiten und müssen weniger Personal vorhalten. Erste Ansätze weisen auf diese Entwicklung hin. Schon heute bekommt Rabatte, wer seinem Freundeskreis mitteilt, was oder wo er gerade einkauft. Twitter wird aktiv zur Verkaufsberatung und Produktankündigung genutzt. Händler nutzen Facebook, um Kunden zu Beginn des Kaufprozesses zu identifizieren, ihren Kunden personalisierte Angebote zu präsentieren und Empfehlungen aus ihrem Freundeskreis anzubieten. Erste Onlinestores eröffnen innerhalb von Facebook. Und neue Player wie Groupon sind nur deshalb so erfolgreich, weil viele Konsumenten gemeinsam einkaufen.
Gamification: Shops zu Spielplätzen
Nach der Emotionalisierung des Einkaufens in den 90er Jahren und der Eventisierung der 2000er Jahre werden Geschäfte in den kommenden fünf bis zehn Jahren zu Spielplätzen. Der Handel muss sich neu erfinden, um in Zeiten der Digitalisierung relevant zu bleiben. Dem stationären Handel kommt der Mehrwert abhanden. Gesucht sind neue Anreize, Geschäfte zu betreten und zu verweilen. Es braucht neue Ansätze, Kunden zu binden. Es sind neue Konzepte gefragt, um Kunden mit neuen Produkten und Lösungen vertraut zu machen. Marken und Händler müssen neue Wege finden, soziale Dynamiken zu erzeugen. Spiele geben auf all das eine Antwort. Sie sind weit mehr als Zeitvertreib. Denn wer spielt, macht freiwillig mit und hat Spaß. Zukünftig werden solche Elemente dauerhaft in das Kauferlebnis integriert werden.
New Points of Sale: Werbeflächen zu Involvementflächen
Die Zeiten, in denen stationärer Handel und E-Commerce getrennte und konkurrierende Sphären waren, nähern sich dem Ende. Zukünftig werden Konsumenten an einer Vielzahl physischer Orte und über eine Vielzahl physischer Medien kaufen. Der Siegeszug Touch-basierter Computer und Smartphones ermöglicht dies. Konsumenten werden an Schaufenstern und Außenwerbeflächen stöbern und einkaufen. Über Touchscreens können Kunden auch im Geschäft Produkte bestellen oder sich zusätzliche Informationen geben lassen. Verkäufer können Produkte über Tablets besser präsentieren und direkt verkaufen. Über Sensoren wird eine Vielzahl neuer digitaler Services diese Kaufprozesse unterstützen. Bestellungen werden geliefert oder stehen zur Abholung vor Ort bereit.



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