31.10.2008, 11:34 Uhr

Ebay verbietet Sofortüberweisung.de als Zahlungsmittel

Schlechte Nachrichten für Ebay-Powerseller: Wenn Sie das Zahlungsmittel Sofortüberweisung.de anbieten, droht ihnen der Verstoß von der Plattform. Eine Handvoll Händler ist bereits betroffen.
Christoph Klein
David gegen Goliath: Christoph Klein wehrt sich gegen Ebay-Verbot
Das Online-Auktionshaus Ebay hat das Zahlungsmittel Sofortüberweisung auf die Liste verbotener Zahlungsmittel gesetzt. Ebay-Powerseller Gerd Schalow, der über das Auktionshaus den Webshop KS Cycling betreibt, bekam per E-Mail bereits die Benachrichtigung, dass sein MP3-Player Creative Zen aus der Angebotsliste gestrichen wurde, weil das Angebot gegen die Ebay-Grundsätze zu akzeptierten Zahlungsmethoden verstoße. "Ebay Käufer sollen die Möglichkeit haben, aus sicheren und bequemen Zahlungswegen wählen zu können. Hierzu zählen Überweisungen, Online-Zahlungen (z. B. mit PayPal) und Barzahlung bei Übergabe", schrieb das Sicherheitsteam in seiner Mail an Schalow.
Christoph Klein, Geschäftsführer des E-Payment-Dienstleisters Payment Network, der Sofortüberweisung anbietet, sieht in dem Schritt keine Sicherheitsmaßnahme für die Kunden, sondern eher eine Rückenstärkung für den Ebay-eigenen Bezahldienst Paypal beziehungsweise dem Paypal ebenfalls verbundenen Mitbewerber Giropay. "Wir sind in diesem Jahr um 600 Prozent gewachsen und wollen das im nächsten Jahr wieder tun. Das merkt auch Paypal", sagt er. Auch wenn Ebay bislang nur Produkte von fünf bis sechs Powersellern löschen ließ, die auf ihren Auktionen einen Werbebanner mit verifizierbarer URL zu Sofortueberweisung.de eingebaut hatten, könnten im nächsten Schritt auch weiterer Ebay-Händler betroffen sein. Mehrere hundert Handelspartner, so schätzt Klein, haben das Zahlungsmittel für ihre Auktionen integriert.
"Eigentlich wollte ich Paypal bislang immer durch Leistung schlagen und nicht vor Gericht", sagt Klein. Doch wenn man sich mit Ebay über das Problem nicht vernünftig unterhalten könne, behalte er sich juristische und kartellrechtliche Schritte vor. Sicherheitsprobleme für die Sofortüberweisung wischt er jedenfalls resolut vom Tisch: "Wir haften bei Phishing, wir haften bei Pharming, wir haften, wenn ein Händler nicht liefert und das alles über Rückversicherung. Wir sind TÜV-zertifiziert und werden dauerhaft überwacht. Wenn ein Online-Zahlungsmittel sicher ist, dann unseres", so Klein.



Das könnte Sie auch interessieren