ECC-Studie zu Online-Payment im DACH-Raum 04.03.2013, 12:17 Uhr

Die Deutschen setzen auf PayPal

Während die deutschen Shopper die meisten ihrer Web-Transaktionen über PayPal tätigen, nutzen die Österreicher und die Schweizer mit Abstand am häufigsten die Kreditkarte für ihre Online-Einkäufe. Das zeigt eine aktuelle Studie des ECC am IFH Köln und der Hochschule Aschaffenburg zum Internetzahlungsverkehr.
Ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl von Online-Shops ist für die Internetnutzer ein kundenfreundliches Zahlungsverfahren. Wie die Ergebnisse der aktuellen ECC-Payment-Studie "Der Internetzahlungsverkehr aus Sicht der Verbraucher in DACH" unter rund 2.000 Usern zeigen, gibt es im deutschsprachigen Raum allerdings erhebliche Unterschiede im Zahlungsverhalten der Konsumenten.
Demnach tätigen die deutschen Online-Shopper die meisten ihrer Online-Transaktionen über PayPal - für die Österreicher und Schweizer hingegen ist die Kreditkarte das Internet-Zahlungsmittel der Wahl. Jeder dritte (Österreich) beziehungsweise jeder zweite (Schweiz) Online-Kauf wird über die Kreditkarte getätigt. Zum Vergleich: In Deutschland wird jeder achte Kauf mit Kreditkarte bezahlt. Konkret wird für rund 29 Prozent der Kauftransaktionen in Deutschland PayPal für den Bezahlprozess genutzt - damit hat die eBay-Tochter ihren Anteil seit der Erhebung vor zwei Jahren in Deutschland annähernd verdoppelt.
Die klassische Rechnung schafft es in allen drei untersuchten Ländern auf Platz zwei derim Netz am häufigsten genutzten Bezahlverfahren. In Deutschland wird nach wie vor knapp jeder fünfte Kauf über Rechnung abgewickelt – in der Schweiz sogar noch ein wenig mehr. Auch die Lastschrift erreicht mit knapp 15 Prozent in Deutschland noch einen wesentlichen Marktanteil und damit noch vor der Kreditkarte den dritten Rang. In Österreich und der Schweiz hingegen hat die Lastschrift mit 5,7 beziehungsweise 2,2 Prozent Marktanteil eine deutlich geringere Bedeutung.
"Die signifikant größere Bedeutung der Kreditkarte in Österreich und der Schweiz lässt sich unter anderem mit der internationalen Einsetzbarkeit des Bezahlverfahrens erklären. In Österreich zum Beispiel wird rund die Hälfte der Internet-Bestellungen in ausländischen Online-Shops getätigt. Hier ermöglicht die Kreditkarte besonders einfach den grenzüberschreitenden Konsum", erläutert dazu Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln.
Mobile Shopping
Internetspezifische Bezahlverfahren holen der Studie nach vor allem im Bereich des Mobile Shoppings auf. In Deutschland hat bereits ein knappes Drittel der Befragten mobile Zahlarten (beispielsweise SMS, Mpass) beim Kauf über das Smartphone genutzt. Über Amazon Payments hat bereits ein Viertel der Smartphone-Nutzer eingekauft. Mit 44,1 Prozent führt PayPal in Deutschland auch im Mobile-Bereich.
In Österreich und der Schweiz haben sich mobile Bezahlverfahren bereits auf Rang drei der meistgenutzten Zahlungsverfahren über das Smartphone vorgearbeitet. In Österreich werden die meisten mobilen Transaktionen über die Kreditkarte (48,1 Prozent) oder PayPal (29,8 Prozent) abgewickelt. Schweizer nutzen für ihren Einkauf mit dem Handy am häufigsten die Kreditkarte (59,5 Prozent) und die Zahlung auf Rechnung (28,1 Prozent).
"Angesichts der erheblichen politischen Anstrengungen Zahlungssysteme zu europäisieren, ist es wirklich frappierend, wie stark nationale Eigenheiten im Zahlungsverkehr erhalten geblieben sind – und das sogar im angeblich `grenzenlosen´ Internet. Händler mit grenzüberschreitenden Ambitionen werden nur dann erfolgreich sein, wenn sie diese Unterschiede berücksichtigen", rät Malte Krüger von der Hochschule Aschaffenburg.


Das könnte Sie auch interessieren