E-Commerce in Europa 28.11.2013, 13:56 Uhr

Deutsche Händler sind besonders risikofreudig

Deutsche Online-Händler haben starke Nerven. Sie sind deutlich risikobereiter als Webshop-Betreiber in Großbritannien und in den Niederlanden.
E-Commerce in Europa
Die Online-Händler in Europa kämpfen mit völlig unterschiedlichen Strategien um Kunden und Marktanteile am E-Commerce-Umsatz. "Während Internet-Händler in Deutschland den Fokus eindeutig auf einen möglichst hohen Umsatz legen und dafür auch Zahlungsausfälle durch Betrüger gelassen in Kauf nehmen, verzichten beispielsweise Webshops in Großbritannien und in den Niederlanden lieber auf Umsatz, wenn ihnen der Online-Einkauf nicht ganz koscher erscheint", erläutert Ogone E-Commerce-Experte Christoph Jung die Ergebnisse der europaweiten Studie "". 
Demnach gehen Internet-Händler in Deutschland relativ gelassen mit dem Thema Betrugsversuche beim Online-Einkauf um. Nur 32 Prozent wollen Zahlungsausfälle von Kunden durch Betrug komplett vermeiden. In Großbritannien (80 Prozent), den Niederlanden (61 Prozent) und Frankreich (55 Prozent) liegt dieser Anteil signifikant höher. Damit sind die Internet-Händler in Deutschland im Hinblick auf ihre Risikobereitschaft europaweit Spitzenreiter. Jung zufolge liegt dies daran, dass die befragten Online-Händler in der Bundesrepublik weniger Zahlungsausfälle verzeichnen müssen. "Die meisten setzen automatisierte Betrugspräventionstools ihres Payment Service Providers ein", so Jung, "und stellen diese so ein, dass nur offensichtliche Betrugsversuche abgewehrt werden". Definiert der Händler die Betrugsparameter sehr eng, entgeht ihm allerdings auch Umsatz von Kunden, die ihre Waren bezahlen wollen.
Für die Studie des Payment-Service-Providers Ogone wurden zwischen April und Juni knapp 200 E- und M-Commerce Händler aller Größenordnungen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien und in den Niederlanden befragt.
Der bvh hat seine Prognose für das Gesamtjahr 2013 deutlich nach oben korrigiert und erwartet für den E-Commerce in Deutschland einen Umsatz von 39,8 Milliarden Euro. Gemessen am Vorjahr wäre das ein Plus von 44 Prozent.



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