Ökosysteme im Internet 14.05.2013, 14:24 Uhr

Was Apple, Google und Amazon gemeinsam haben

Das Internet wird zunehmend von digitalen Ökosystemen dominiert, so Thomas F. Dapp von der Deutschen Bank Research. Dazu zählt er große Plattformen wie Google, Apple, Amazon und Facebook. Diese geben die Innovationsgeschwindigkeit vor, weil sie häufig über ausreichend liquide Mittel verfügen, um Neues auszuprobieren und auch mal einen Flop verkraften können.
Ökosysteme im Internet
Die umzäunten Gärten nehmen zu. Diese These vertrat Thomas F. Dapp von der Deutschen Bank Research beim Payment-Kongress in Frankfurt. Wie um einen Garten errichten die Unternehmen wie Apple eine Mauer, die ihr eigenes Reich umschließt und dem Nutzer ein angenehmes, sicheres Umfeld schaffen soll. Innerhalb dieser Mauer bauen sie ein beinahe vollständiges, autarkes Ökosystem auf, das dem Nutzer alles bietet, was er braucht.
Kennzeichen solcher Ökosysteme sind offene Schnittstellen, Lock-In-Effekte und hohe Wechselkosten, die Quersubventionierung sowie das Bilden strategischer Allianzen. So verfügen sowohl Apple als auch Google mit ihren Systemen im Smartphone- und Tablet-Markt über eigene Hard- und Software sowie Content, die mit dem jeweils anderen System nicht kompatibel sind. Nutzer werden sich daher zweimal überlegen, ob sie von Apple zu Android wechseln oder umgekehrt.
Als Beispiel für Quersubventionierung nannte Dapp den Amazon Kindle Fire. Auch wenn das Gerät nicht kostendeckend in den Markt gebracht werden könne, rechne es sich für Amazon, weil die Verknüpfung mit dem Amazon-Shop zu höheren Umsätzen aus dem Verkauf von Content führt – und zwar dauerhaft. Strategische Allianzen gehen die Plattformbetreiber da ein, wo sie Partner brauchen. Beispiele sind die Allianz von Google mit Mastercard, der Citibank, Mobilfunknetzbetreibern und Anbieter erweiterter Dienste für seine NFC-basierte eWallet.
Die Banken würden durch solche Ökosysteme in einen Verdrängungswettbewerb geraten. Sie hinken der Entwicklung häufig hinterher, weil sich durch den hohen Regulierungsdruck in ihrer Innovationsfähigkeit gebremst seien. "Die Banken werden nie zu den innovativen Treibern gehören, sie werden eher Follower sein", so Dapps Resümee.



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