Internet World 2015 25.03.2015, 17:13 Uhr

Marienplatz goes Multichannel

Wie schafft man als Traditionsunternehmen den Schritt in den  Multichannel? Darüber sprach die Münchner "E-Commerce-Schickeria" auf dem Internet World Kongress.
(Quelle: Shutterstock.com/gary718 )
Manche von ihnen gibt es schon seit über 100 Jahren. Mit welchen Strategien bauen sich die alteingesessenen Händler vom Münchner Marienplatz eine Multichannel-Zukunft auf - und warum überhaupt?  Darüber sprach Daniela Zimmer (Redaktion INTERNET WORLD Business) mit Fabian Goehler (Geschäftsführer Ludwig Beck Online), Dominik Haupt (Geschäftsführer Multichannel-Commerce-Agentur norisk), Christiane Hoss-Nurminen (E-Commerce-Leitung Bettenrid) , Ralf Mager (E-Commerce-Leiter Lodenfrey) und Peter Schön (Leiter E-Commerce, Sporthaus Schuster).
"Wir wollen alle Mitarbeiter auf dem Weg zum Omichannel-Unternehmen mitnehmen, der Kunde ist da schon angekommen", sagt Christiane Hoss-Nurminen. Da Bettenrid vor allem beratungsintensive Produkte wie Betten und Matratzen im Angebot habe, werde der Onlinekanal vor allem als Vorbereitung auf den Kauf im Geschäft genutzt. Pro Woche werden etwa zehn bis 20 Termine über die Webseite vereinbart, so Hoss-Nurminen. Im kommenden Jahr soll es einen Relaunch geben, der die Seite auf Responsive Design umstellt. Zudem ist Bettenrid aktuell mit einem Shop auf eBay präsent, eine zweiter Marktplatz-Auftritt soll bald folgen.

Smartphone First

Bei Ludwig Beck, der seit drei Jahren auch mit einem Online-Shop vertreten ist, hat man dagegen von Anfang an auf Mobile-Shopping gesetzt. "Seit zwei Jahren ist der Shop responsive, das zahlt sich jetzt aus", sagt Fabian Goehler. Hier setzt man auf eine selektive Strategie und hat nur den Beauty-Bereich online verfügbar gemacht, den retourenintensiven Modebereich aber bewusst ausgeklammert. "Wir müssen mit unserem Onlineshop auch Geld verdienen", sagt Goehler. Besonders hohe Zuwachsraten habe der Shop beim Einkauf per Handy: "Es wird immer komfortabler mit dem Smartphone einzukaufen", stellt Goehler fest, daher laute die Strategie nicht "Mobile First", sondern "Smartphone First".
Sporthaus Schuster setzt seinen Online-Shop dagegen primär als "verlängertes Schaufenster und Marketing-Kanal" ein, so Peter Schön. Eine gesonderte Preisstrategie fürs den Online-Kanal gibt es nicht:  "Wir verkaufen auch übers Netz zu Marienplatzpreisen". Die Artikelseiten im Netz sollen eine Vorabberatung bieten, zudem werden Kunden im Callcenter bei Detailfragen an Spezialisten durchgestellt oder können sich zurückrufen lassen.



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