Das sind die neuen digitalen Services am POS

Der Kundennutzen muss im Vordergrund stehen

"Ein Laden muss heute wie ein Theater sein"

Natürlich macht nicht alles, was technisch möglich ist, für jede Branche und jede Art von Ladenfläche auch tatsächlich Sinn. Doch wer davon lebt, Kunden für seine Produkte zu begeistern, sollte sich von angestaubten Verkaufsräumen verabschieden. Stattdessen ist Inszenierung angesagt.
"Ein Laden muss heute wie ein Theater sein, er muss inspirieren und stimulieren", sagt Philip Mountford, CEO des Wäsche-Filialisten Hunkemöller gegenüber dem Branchendienst Etailment. Daher digitalisierte die Handelskette ihre Filialen mit Social-Media-Walls, wo Kunden sich selbst fotografieren und die Bilder auf Instagram posten können, oder Body-Scannern.
Auch Intersport testet seit einigen Wochen in drei Pilotläden in Berlin und Potsdam, wie Kunden auf digitale Services im Laden reagieren und will Kunden künftig über alle Sinen ansprechen. Das beginnt bei smarten Spiegeln in der Umkleidekabine, wo Warenverfügbarkeiten überprüft und per Tastendruck Verkaufsberaterinnen herbeirufen kann. Und hört beim Schuhscanner zur Laufschuhvermessung auf, der ab sofort dem Laufband Konkurrenz macht. Findet der Kunde sein Wunschprodukt nicht, kann er sich über iPads informieren, ob die Ware in anderen Filialen vorrätig ist. Auch an VR testet sich Intersport heran und lässt Kunden virtuell neue Sportarten erproben. Das freut nicht nur die Kunden, sondern auch die Hersteller, die Intersport erstmals wieder mit ihren attraktivsten Produkten beliefern.
Extrem innovativ präsentiert sich auch Saturn am POS. Im Testmarkt in Ingolstadt helfen Roboter, fliegen Drohnen und fahren digitale Achterbahnen. Auch an virtuelle Verkaufswelten tastet sich das Unternehmen heran und tourte damit in der Vorweihnachtszeit durch Deutschland. Dabei geht es dem Elektronikhändler primär um ein neues Einkaufserlebnis als um echte Verkaufsunterstützung. Und die zahlt sich aus, wie Dirk Huffert, Filialleiter in Ingolstadt, resümiert: "Angesichts der Emo­tionen, die unsere Digitalisierungsthemen beim Kunden auslösen, stimmt der Kosten-Nutzen-Aufwand auf jeden Fall."
Durchaus als Verkaufsunterstützung nutzt der Fahrradhändler Rose Biketown digitale Technik am Point of Sale. Und das schon seit Jahren: Kunden können ihre Fahrräder individuell konfigurieren, um sie dann auf Konfigurationswänden in Lebensgröße zu betrachten. Das Ganze funktioniert auch kanalübergreifend: Der Kunde kann die individuelle Zusammenstellung des Bikes in jedem beliebigen Kanal beginnen, bearbeiten und beenden.



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