Internet World Expo 06.03.2018, 12:45 Uhr

Jochen Schweizer: "Man braucht nur etwas AZ"

Er ist Stuntman, Unternehmer und Vermarktungstalent: Jochen Schweizer erzählte auf der Internet World Expo in München unter dem Motto "Große Sprünge erfordern Mut" von seinem bewegten Leben und der Marke "Schweizer".
(Quelle: Jochen Schweizer Corporate Solutions GmbH)
"Mein Leben war immer unsicher": Jochen Schweizer gilt als Pionier unter den Extremsportlern, gründete eine Unternehmensgruppe mit über 550 Mitarbeitern und beriet Gründer in der TV-Show "Die Höhle der Löwen". Auf der Internet World Expo in München erzählte der 60-Jährige, warum auch das Unternehmentum seine Risiken birgt und sich Erfolg und Scheitern oft gegenseitig bedingen.
Der passionierte Kajak-Fahrer riet dem Publikum grundsätzlich etwa mehr "AZ" zu haben - also profanes "Arsch zusammenkneifen", was nicht nur der Körperspannung zugute käme, sondern auch der inneren Einstellung. Jeder hätte Ängste, die Kontrolle übernehmen und uns daran hindern, das Potenzial voll auszunutzen. Dagegen gelte es anzutreten. Oft verlaufe dabei auch etwas nicht nach Plan. Ein Ereignis, das recht ungeplant gewesen sei, war Schweizer zufolge der Verkauf einiger seiner Geschäftsbereiche im Juni 2017. Damals gab der ehemalige Stuntman die Mehrheit seiner Jochen Schweizer GmbH - also das Digitalgeschäft der Jochen Schweizer Unternehmensgruppe - an ProSiebenSat.1.
Die neue erworbene Gesellschaft wurde mit mydays, ProSieben-Tochter und großer Schweizer-Konkurrent, unter dem Dach der Jochen Schweizer mydays Holding GmbH zusammengeführt. An dieser neuen Gesellschaft wiederum sind ProSiebenSat.1 mit 90 Prozent und Jochen Schweizer mit zehn Prozent beteiligt.
"Ich habe verkauft, weil ich all meine Ziele erreicht hatte. Ich hatte eine entsprechende Bewertung erreicht - hinzu kam der Wunsch, mit meiner Arena etwas komplett neues zu machen, sowie meine Sinnkrise zum 60. Geburtstag" so Schweizer schmunzelnd.
Daher konzentriert sich Schweizer nach all den Wirrungen im vergangenen Jahr nun auf seine Offline-Aktivitäten, die Jochen Schweizer Arena bei München mit stehender Surfwelle und Windkanal. Um das B2B-Geschäft voranzutreiben, ist nun ein angrenzendes Tageszentrum mit zwei Hoteltürmen in Planung. Zudem soll eine "Food brand" aufgebaut werden, als Basis dient das Start-up Froogies. Aber all zu sehr festlegen will sich Schweizer ohnehin nicht. "Zukunft heißt, den Talenten vertrauen."



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