Die Preisangabe im Onlineshop 16.08.2011, 11:00 Uhr

Immer Endpreise nennen

Die Angabe von Preisen ist im Onlineshop ein äußerst wichtiges und sehr abmahngefährdetes Thema. Der BGH lockerte diese Pflicht zwar ein wenig, aber kleine Fehler können noch immer zu kostspieligen Abmahnungen führen.
Ulrich Hafenbradl, Gründer von Trusted Shops und E-Commerce-Experte
Ulrich Hafenbradl, Gründer von Trusted Shops und E-Commerce-Experte
Aus der der Preisangabenverordnung (PAngV) ergibt sich, dass im Handel mit Verbrauchern stets Endpreise angeben werden. Das bedeutet, dass in diesen Preisen die Umsatzsteuer und sonstige Preisbestandteile bereits eingerechnet sind. Für den Fernabsatz gilt darüber hinaus, dass der Verbraucher darauf hingewiesen werden muss, dass die Umsatzsteuer bereits im Preis enthalten ist. Fallen zusätzliche Versandkosten an, muss auch hierauf hingewiesen werden.
Der BGH hat entschieden, dass der Hinweis auf die enthaltene MwSt sowie zusätzlich anfallende Versandkosten spätestens vor Einleitung des Bestellprozess erteilt werden muss. In einem zweiten Urteil konkretisierte der diese Vorgabe dahingehend, dass das Einlegen der Ware in den Warenkorb den Bestellprozess einleitet. Durchgesetzt hat sich hier der Hinweis "inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten", wobei das Wort Versandkosten auf eine entsprechende Übersicht verlinkt.
Werden Produkte auch in Preissuchmaschinen beworben, ist bereits dort auf anfallende Versandkosten hinzuweisen, wie der BGH entschied. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass die Preise in Preissuchmaschinen stets aktuell gehalten werden.
Bei Waren, die nach Gewicht, Länge oder Volumen verkauft werden, muss der Grundpreis angegeben werden. Hiervon gibt es nur einige wenige Ausnahmen. Der BGH stellte in einem Urteil klar, dass der Grundpreis immer in unmittelbarer Nähe zum Endpreis stehen muss. Das bedeutet, dass End- und Grundpreis auf einen Blick wahrgenommen werden können.


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