Kräftige Finanzspritzen 02.04.2019, 08:46 Uhr

Fintech-Start-ups erhalten Rekordsumme an Investorengelder

Deutsche Fintech-Start-ups legen rekordverdächtigen Jahresstart hin. Insgesamt erhielt die Branche rund 686 Millionen Euro an Investorengeldern allein im ersten Quartal 2019. Am meisten bekam die Berliner Online-Bank N26 im Januar mit 260 Millionen Euro.
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Banking per Smartphone, Autoversicherungen, Zinsvergleiche für Tagesgeld: Deutsche Finanz-Start-ups haben einen fulminanten Jahresauftakt hingelegt und Rekord-Gelder für ihre digitalen Geschäfte von Investoren eingesammelt. Im ersten Quartal warben die Wachstumsfirmen 686 Millionen Euro ein und damit mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor (325 Mio Euro). Das zeigen Zahlen der Beratungsfirma Barkow Consulting, die der dpa vorliegen.
Demnach steckten Investoren von Januar bis März rund 77 Prozent mehr Geld in Finanz-Start-ups ("Fintechs") als im bisherigen Rekord-Zeitraum, dem Schlussquartal 2018. Die Summe von 686 Millionen Euro entspreche mehr als der Hälfte der eingesammelten Gelder im gesamten Vorjahr, sagte Geschäftsführer Peter Barkow.
Finanz-Start-ups haben sich mit digitalen Geschäftsmodellen neben klassischen Banken etabliert. Mit ihrer Innovationskraft machen sie den Geldhäusern teils Konkurrenz, teils arbeiten sie mit ihnen zusammen. 2018 hatten Finanz-Start-ups hierzulande erstmals mehr als eine Milliarde Euro Wagniskapital eingesammelt. Unternehmen und Wagniskapitalfonds geben den Gründern Geld in der Hoffnung, dass sich ihre Ideen durchsetzen und ihnen viel Gewinn einbringen.

Die Bankenbranche unterliegt derzeit wie kaum eine andere einem enormen disruptiven Wandel. Nicht ganz unschuldig daran sind die vielen aufstrebenden FinTechs - Start-ups, die klassische Finanzmodelle modernisieren und auf das Smartphone bringen. Wir stellen zehn Beispiele vor.

Weniger Deals, größere Summen

Zum starken Jahresauftakt trugen üppige Geldspritzen in boomende Fintechs bei, während zugleich die Zahl der Deals um fast ein Drittel auf 26 einbrach. So warb die Berliner Online-Bank N26 im Januar alleine rund 260 Millionen Euro von Fonds ein. In das Geldhaus, das mit komfortablen Geschäften per Smartphone wirbt, hatte 2018 schon der Versicherer Allianz investiert. Summen von 100 Millionen Euro oder mehr flossen zudem jeweils an den Autoversicherer Friday, der Policen je nach gefahrenen Kilometern bepreist, an das Versicherungs-Start-up Wefox sowie an die Firma Raisin, die Anlegern über das Portal "Weltsparen" höhere Zinsen im Ausland bietet.
Der globale Trend zu immer größeren Geldspritzen schlage sich auch in Deutschland nieder, sagte Barkow. "Deutsche Finanz-Start-ups haben aufgeholt und kommen an große Summen."



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