Swoodoo glaubt nicht an Facebook & Co. 07.03.2012, 14:23 Uhr

Reiseanbieter: "Social Media bringt nichts"

Alle reden über Social Media - aber keiner kauft ein. Nachdem sich im E-Commerce bereits zahlreiche Händler enttäuscht von Social-Commerce abgewendet haben, findet nun auch ein Vertreter der Reisebranche offene Worte: Für "völlig überbewertet" hält Christian Saller, Chef der Flug- und Hotelsuche Swoodoo, den Kanal.
Bestenfalls "nice-to-have" seien Unternehmensauftritte und -Kampagnen in Social-Media-Plattformen, meint die Flug- und Hotelsuchmaschine Swoodoo. Jedenfalls in der Tourismusbranche geht, sei der Nutzwert von Social Media vernachlässigbar. "Wenn es um Social Media geht, herrscht in der Touristik Aktionismus", sagt Swoodoo-Chef Christian Saller anlässlich der Tourismusmesse ITB. "Jeder möchte dort vertreten sein - der Nutzen für den gewünschten Abverkauf ist jedoch fraglich." Nach Sallers Meinung sind Social-Media-Plattformen für Reisevermittler und -veranstalter allenfalls eine attraktive Visitenkarte. Mehr Verkauf sei dadurch jedoch bisher nicht zu generieren.
Als überbewertet sieht der Manager auch die Bedeutung der Boom-Plattform Facebook für die Tourismusindustrie, denn die Anzahl der Fans stehe oftmals in keinerlei Verhältnis zu den monatlichen Verkaufszahlen. Viele Reiseportale verfügten lediglich über einige hundert oder tausend Anhänger, eine verschwindend kleine Anzahl angesichts der siebenstelligen Anzahl von Flug- und Reisebuchungen monatlich.
Auch den Wert von Verkaufsaktionen auf Social-Media-Seiten bezweifelt Swoodoo. "Klassische Kanäle für Abverkaufs-Aktionen wie Newsletter-Marketing sind hier immer noch der Königsweg, erfolgreiche Verkaufsaktionen über Social Media in der Tourismusindustrie sind mir nicht bekannt", so Saller. Eine Präsenz auf Facebook und Co. sei in erster Linie eine Image-Pflege für eine überschaubare Gruppe von Fans anstatt eines effektiven Instruments für den Abverkauf von Tickets oder Reisen.
In den USA haben sich schon seit geraumer Zeit viele Retailer wieder vom Social Commerce abgewandt: Gamestop, J.C. Penney, Gap und Nordstrom haben in den letzten Monaten ihre Facebook-Shops geschlossen. Auch die Forrester Research-Analystin Suchirita Mulpuru, die auf der Messe Internet World am 27. März die Keynote hält, hat dem F-Commerce in ihrer Studie "Will Facebook ever drive E-Commerce?" eine düstere Zukunft prognostiziert.



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