E-Commerce auf Facebook 07.04.2011, 22:05 Uhr

Rausgeschmissenes Geld für Händler

Während immer mehr Experten prognostizieren, dass sich Facebook früher oder später zur sozialen Shopping-Mall wandelt, zeigt eine aktuelle Studie von Forrester Research: F-Commerce lohnt sich derzeit nicht - und auch die Zukunft sieht wenig rosig aus.
Sucharita Mulpuru
Mulpuru sieht wenig Chancen für F-Commerce
E-Commerce auf Facebook wird keinen Boom erleben. Das ist das Fazit der aktuelle Studie "Will Facebook ever drive E-Commerce" aus der Feder von Forrester-Research-Forscherin Sucharita Mulpuru, für die die Analystin und ihr Team 102 Retailer befragte und die sie in ihrem Blog vorgestellt hat. Social Networks seien weniger effizient bei der Anspracher neuer und bestehender Kunden als E-Mail-Marketing und bezahlte Suchanzeigen, konstatieren die Studienautoren.
So liege die Click-Through-Rate bei Facebook im Schnitt bei einem Prozent, die Konversionsrate bei zwei Prozent. Bei E-Mail-Marketing indes liege die Klickrate bei elf Prozent, die durchschnittliche Konversionsrate bei vier Prozent. Auch am Like-Button als Promotion-Tool lassen die Studienautoren wenig Gutes. Die Kritik: Viele Facebook-Mitglieder seien gezwungen, zu liken, um in den Genuss von Rabatten oder anderen Vergünstigungen zu kommen.
Mulpurus Fazit ist nüchtern: "Facebook hat jede Menge Chancen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Facebook das nächste Google wird und sich so zum wichtigen Umsatzvermittler für Retailer wandelt, ist weit hergeholt."
Allerdings, so räumt sie ein, gäbe es auch Händler, die über ihre Facebook-Stores schon zweistellige Umsatzanteile erwirtschaften. "Diese Firmen haben aber oft einzigartige Zielgruppen oder Marketing-Modelle wie Flash-Sales, die dieses Verhalten fördern", so Mulpuru. Eine ähnliche Meinung hatte die Analystin bereits in ihren "Five Retail E-Commerce Trends to Watch in 2011" vertreten.
Facebook wird aus dem sozialen Netzwerk ein Transaktionsnetzwerk machen, glaubt hingegen Amir Kassaei, Chief Creative Officer von: "Aus dem Like-Button wird ein Buy-Button werden." Bezahlt werde dann mit der Facebook-eigenen Währung.



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