eLogistics World 07.12.2017, 10:00 Uhr

Die eLogistics News der Woche: Paketbomben, Paketkollaps und Preiserhöhungen

Ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft verunsichert ein Paketbomben-Erpresser die Branche, dabei stehen die KEP-Dienstleister sowieso schon kurz vor dem Kollaps. Für Weihnachten 2018 hat Hermes bereits Preiserhöhungen angekündigt.
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- NEWS -

DHL: Schon zweimal hat ein unbekannter Erpresser Paketbomben mit DHL verschickt: Eine Sendung ging an einen Elektronikhändler in Frankfurt an der Oder, die zweite an eine Apotheke in Potsdam. Jetzt wurde bekannt, dass der Erpresser von DHL ein Lösegeld  von zehn Millionen Euro in Bitcoins fordert - andernfalls würden weitere Bomben verschickt. >>> BZ 
Hermes (I): Bereits jetzt hat der Paketdienst Preiserhöhungen für das Weihnachtsgeschäft 2018 angekündigt. Zeitraum und Höhe des Weihnachtszuschlags sind bis dato noch unbekannt. Laut Geschäftsführer Frank Rausch sind die Preise, die der Handel bereit ist, zu zahlen, "schlichtweg nicht auskömmlich". Zudem beobachte man die "Verbreitung einer gefährlichen Null-Versandkostenmentalität". >>> Onlinehändler News 
Hermes (II): Die Staatsanwaltschaften in Köln und Bonn ermitteln gegen Subunternehmer des Paketdienstes wegen möglicher Straftaten. 24 Objekte in Nordrhein-Westfalen wurden durchsucht und 16 Moldauer als möglicherweise illegal Beschäftigte festgestellt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am vergangenen Donnerstag. >>> Verkehrsrundschau 
Deutsche Post DHL Group: Der Konzern plant die Aufnahme von Fremdmitteln in einem Gesamtnennbetrag von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Mit den Erlösen sollen vor allem bestehende Finanzverbindlichkeiten refinanziert werden. Darüber hinaus soll das für die Altersbezüge der Mitarbeiter in Großbritannien zur Verfügung stehende Vermögen erhöht werden. >>> Pressemitteilung 
UPS: Der Paketdienst hat sein neues Sortier- und Lieferzentrum in Bielefeld offiziell eröffnet. 80 Millionen US-Dollar hat UPS in die neue Anlage investiert, die das bisherige Zentrum in Herford ersetzt. Die Anlage in Bielefeld gehört zu einem Investitionsprogramm in das europäische Netzwerk, das ein Volumen von insgesamt 2 Milliarden US-Dollar hat und bis 2019 laufen soll. >>> Pressemitteilung 
Seidensticker, Zalando: Zusammen mit Zalando testet der Hemdenhersteller die Einführung eines Same Day Delivery-Angebotes. Über Zalando bestellte Hemden und Blusen sollen direkt aus dem Ladengeschäft in Köln an die Kundschaft verschickt werden. >>> Fashion United 
Amazon: Das neueste Patent des E-Commerce-Riesen beschreibt die Selbstzerstörung von Lieferdrohnen im Notfall. Ist der Absturz der Drohne unaufhaltbar, so wirft sie nacheinander einzelne Komponenten ab. Dadurch soll verhindert werden, dass die Drohne als kompakte Einheit am Boden aufprallt und großen Schaden anrichtet. >>> Futurezone 
Smart, Liefery: Seit über einem Jahr lässt der Autohersteller Pakete in Stuttgart, Köln, Bonn und Berlin in Kofferräume liefern. Nun weitet die Daimler-Tochter das Projekt aus: Das Startup Liefery soll die Paketzustellung im eigenen Auto erleichtern. >>> Handelsblatt 
Rewe: Die Supermarktkette scheint ein echtes Lieferproblem zu haben. Im Frankfurter Raum müssen Online-Kunden aktuell vier Tage auf die Zustellung ihrer Bestellung warten, hat etailment festgestellt. Auch andernorts sind Liefertermine zunehmend Mangelware. Gegenüber Kunden begründet Rewe die Schwierigkeiten mit Fahrermangel. >>> Etailment 
GLS: Um mit der Paketzustellung im Weihnachtsgeschäft nicht in Verzug zu kommen, will der europaweit tätige Paketdienst GLS im Dezember keine neuen Kunden in sein Netz aufnehmen. >>> DVZ (für Abonnenten) 
DPD: Am Montagabend roch es auf dem Betriebsgelände des Paketdienstes in Krostitz plötzlich nach Gas. Die Feuerwehr rückte zu einem Großeinsatz aus - die Ursache des schwefelähnlichen Geruches konnte allerdings nicht aufgeklärt werden. Einen Zusammenhang mit der aktuellen DHL-Erpressung schloss DPD aus. >>> Leipziger Volkszeitung 

- BACKGROUND -

Paketkollaps: Die deutschen Versanddienstleister schlagen Alarm: Das Paketaufkommen im aktuellen Weihnachtsgeschäft übertrifft alles bisher Dagewesene - und ist kaum zu bewältigen. Nach dem Jammern gibt es jetzt die ersten konkreten Maßnahmen. >>> Internetworld 
Haustür-Zustellung: Für Verbraucher könnte die Paket-Lieferung an die Haustür künftig teurer werden. Gegenüber der Wirtschaftswoche plädierten Vertreter von DPD und Hermes für einen entsprechenden Zuschlag. Standard soll die Lieferung an einen Paketshop werden. Die Zustellung bis zur Haustür gilt als besonders zeitaufwendig, weil die Paketboten bei einem Stopp nur wenige Pakete verteilen können. >>> Wirtschaftswoche 
Bußgelder: Mit der Zahl der versandten Pakete steigt auch die Zahl der Kunden-Beschwerden. Die Bundesnetzagentur will nun Strafen verhängen dürfen - auch weil Pakete manchmal durchs Fenster geworfen werden. >>> RP Online 
Paketshops: Für die Betreiber von Paketshops bedeutet das Weihnachtsgeschäft vor allem eine zusätzliche Belastung. Die Besitzer bekommen oft den Frust der Kunden ab und haben kaum noch Zeit, sich um ihr eigentliches Geschäft zu kümmern. >>> Wirtschaftswoche 

- ZAHL DER WOCHE -

Knapp 290 Millionen Pakete wird die KEP-Branche voraussichtlich dieses Weihnachten zustellen. Zu Spitzenzeiten werden dabei an einem einzigen Tag deutlich mehr als 15 Millionen Sendungen befördert. Um dieses Sendungsvolumen zu bewältigen, werden in dieser Weihnachtszeit etwa 25.000 zusätzliche Zusteller bei den Unternehmen beschäftigt. >>> Pressemitteilung 



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